Auflagen „nicht umsetzbar“ – viele Mainzer Lokale bleiben geschlossen

Ab 13. Mai dürfen Lokale in Rheinland-Pfalz wieder für ihre Gäste öffnen – allerdings nur unter strengen Auflagen. Einige Mainzer Gastronomien bleiben deshalb geschlossen.

Auflagen „nicht umsetzbar“ – viele Mainzer Lokale bleiben geschlossen

Es ist eine lange Liste an Auflagen, die für Gastronomen in Rheinland-Pfalz ab Mittwoch (13. Mai) gelten. Zwar dürfen Gaststätten-Betreiber nach langer Zeit ihre Lokale wieder öffnen, doch dabei gilt es zu beachten: Zwischen den Tischen sollen mindestens 1,5 Meter liegen, Gäste müssen sich vorher anmelden und dabei auch ihre Kontaktdaten angeben. Für ein Niersteiner Restaurant war das zu viel: „Ökonomisch gesehen ist es uns nicht möglich, den Auflagen zur Wiedereröffnung gerecht zu werden“, schrieb das „Plan B“ auf Facebook.

Doch auch einige Mainzer Gastronomien bleiben geschlossen. Das Neustadt-Restaurant „Goldener Hirsch“ schreibt ebenfalls auf Facebook: „Auch wenn wir uns nichts sehnlicher als ‘Normalität’ wünschen, so sind wir dennoch dazu angehalten, die richtigen Entscheidungen zu treffen“, schreibt Inhaberin Nora Valeska Benks. „Die Restauranttüren für meine geliebten Gäste unter aktuellen Auflagen zu öffnen, sehe ich zum momentanen Zeitpunkt für mein Restaurant für nicht realisierbar. Die Gesundheit meiner Gäste und die meiner Mitarbeiter steht für mich nach wie vor an erster Stelle.“

Ähnlich sieht es die Mainzer Brauerei „Kuehn Kunz Rosen“: „Eigentlich dürften wir ab morgen wieder unseren Schankraum für Euch öffnen und wir würden auch nichts lieber tun, als mit Euch gemeinsam wieder ein bisschen Normalität einkehren zu lassen“, heißt es auf Facebook. „Schweren Herzens haben wir uns aber nun entschieden, unsere Gastronomie weiterhin nicht zu öffnen, und somit auch alle geplanten Veranstaltungen vorerst abzusagen.“ Zwar sehe man die Auflagen und Hygienevorschriften als unbedingt notwendig an, aber: „Der erhebliche Mehraufwand, den wir dadurch hätten, in Kombination mit wesentlich geringerer Gästeanzahl, rechtfertigt schon alleine rein wirtschaftlich keine Öffnung des Schankraums.“

Weitere Lokale bleiben geschlossen

Die Fußballkneipe „Kick’n Rush“ teilt auf Facebook sehr ausführlich mit, warum sie nicht öffnen wird. „Zum einen sind die Auflagen der Gesundheitsbehörden nach wie vor sehr hoch. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die zu treffenden Maßnahmen nur sehr schwer umzusetzen sind.“ Das „Kick’n Rush“ sei räumlich sehr begrenzt, die Kapazität müsste auf 25 Sitzplätze reduziert werden. „Dazu hätten wir einen erhöhten Personalbedarf, um die Bedienung am Tisch zu gewährleisten, aber auch das Prozedere mit Registrierung, Einlass, Tischzuweisung zu organisieren und die Vermischung der Personen innerhalb der Kneipe zu verhindern.“

Deshalb mache es derzeit keinen Sinn, das Kick’n Rush wieder zu eröffnen. Zudem wolle man als Fußballkneipe ein Zeichen gegen die Geisterspiele setzen. „Wie sich die Liga mit ihren Teilnehmern aktuell über andere Bereiche der Gesellschaft stellt, den restlichen Fußball von Regionalliga bis Kreisklasse ignoriert, zu keinem Zeitpunkt an Faninteressen denkt und die Stadionbesucher in Diskussionen und Entscheidungen ausschließt, halten wir für unangebracht. Selbst das spannendste Spiel im TV ist vor leeren Rängen völlig emotionslos.“

Auch Vera Kohl, Inhaberin von „dicke lilli, gutes kind“ und „Marlene“, wird ihre Lokale vorerst nicht eröffnen. Aus Instagram schreibt sie: „Wir haben vorerst beschlossen, ausschließlich bei unserem Gaugass-Verkauf zu bleiben.“ Auch „Bobby’s Restaurant“ in Bretzenheim werde nach reichlicher Überlegung vorerst nicht öffnen. „Die derzeitigen Auflagen sind für unsere Lokalgröße leider nicht umsetzbar.“

Andere Gastronomien öffnen

Die meisten Gastronomien aber dürften die Chance wahrnehmen, wieder Gäste zu empfangen. So auch das „Schick und Schön“. „Ab morgen kann das Schick wieder öffnen, endlich, juhu“, schreibt das Team auf Facebook. „Allerdings... anders als gewohnt. Corona zwingt uns ein paar Regeln einzuhalten, ohne die wir den Laden nicht öffnen können.“ Die genauen Bestimmungen könnt ihr hier nachlesen.

Für das „Café Woods“ hat jetzt der „Albtraum ein Ende“. „Wir öffnen am Mittwoch den 13. Mai. Selbstverständlich mit den vorgeschriebene Sicherheitsvorkehrungen.“ Auch die Kultkneipe „Onkel Willy’s Pub“ hat bereits angekündigt wieder zu öffnen - auch wenn es den Gastronomen „sehr schwer“ gemacht werde. (pk)

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