Angesichts der aktuellen Lage ist das Ausmaß des Krieges derzeit nicht absehbar, und auch seine Folgen sind kaum zu überschauen. Wie in jedem Krieg sind es vor allem unschuldige Menschen, die den höchsten Preis zahlen: die Zivilbevölkerung, Frauen, Kinder und Männer.
Wir betonen mit aller Klarheit: Nein zum Krieg. Nein zur Islamischen Republik. Denn die Islamische Republik ist nicht nur mitverantwortlich für die aktuelle Eskalation, sondern führt seit Jahren einen systematischen Krieg gegen das eigene Volk.
Wir dürfen die Verbrechen der vergangenen Jahre nicht vergessen. Die Massaker am 8. und 9. Januar 2026 auf den Straßen, die brutale Niederschlagung von Protesten, die Massenverhaftungen, Folterungen und Hinrichtungen sind Ausdruck eines Systems, das seine Herrschaft allein durch Gewalt aufrechterhält. Auch heute zeigt sich erneut, dass dieses Regime jede Krise nutzt, um die Repression im Inneren weiter zu verschärfen.
Besonders alarmierend ist die Lage der politischen Gefangenen. Mittlerweile sind sie faktisch zu Geiseln und Schutzschilden dieses Systems geworden. Ihr Leben und ihre Sicherheit werden missbraucht, um Angst zu verbreiten, Druck auszuüben und die Gesellschaft zum Schweigen zu zwingen.
Es muss außerdem deutlich gesagt werden: Auch ein möglicher Nachfolger Ali Chameneis würde am Wesen dieses Systems nichts ändern. Ob sein Sohn oder eine andere Figur aus dem Machtapparat – sie alle stehen für dieselbe Doktrin, dieselbe Unterdrückung und die Fortsetzung des politischen Islam als Herrschaftsform. Dieses System handelt nicht im Interesse des iranischen Volkes, sondern allein im Interesse des Machterhalts.
Die Islamische Republik ist weder die Stimme, noch die legitime Vertretung des iranischen Volkes. Das Volk will Frieden, Freiheit, Demokratie und Würde. Deshalb darf dieses Regime in keiner Form und unter keinem neuen Namen akzeptiert oder legitimiert werden.
Unsere Forderung ist eindeutig: Der Krieg muss beendet werden. Zugleich muss die Islamische Republik international klar benannt, politisch isoliert und geächtet werden. Es darf keine Normalisierung im Umgang mit einem Regime geben, das Krieg nach außen und Unterdrückung nach innen zu seiner Politik gemacht hat.
Das iranische Volk braucht keine Fortsetzung dieses Systems, sondern Freiheit, Demokratie, Frieden und Würde.
Das Ende der Islamischen Republik hat schon begonnen. Wenn sie in dieser Form weiter an der Macht bleiben, bedeutet das nichts anderes als weitere Massenverhaftungen, Hinrichtungen, Drohungen gegen das eigene Volk, selbst im Krieg. Und die erzwungene Unterwerfung unter ein totalitäres System ist ein klarer Beweis für die Brutalität eines Regimes, dessen Vertreter außer Mord, Terror und Unterdrückung nichts gelernt haben. Das iranische Volk hat Freiheit und Demokratie mehr als verdient.
Über den Autor
Seit Jahrzehnten setzt sich der iranisch-stämmige Mainzer Behrouz Asadi für Menschenrechte, Flüchtlinge und Menschen in Not ein. Für sein Engagement wurde er im Oktober 2025 von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.