Als sich Mainz in ein „Winter Wonderland“ verwandelte

Spektakuläre Bilder: Kurz vor Heiligabend 2015 verwandelte sich die Walpodenstraße in der Mainzer Altstadt in ein „Winter Wonderland“. Was dahintersteckte.

Als sich Mainz in ein „Winter Wonderland“ verwandelte

Es war der 22. Dezember 2015: Deutschland träumte wie fast immer (vergebens) von einer weißen Weihnacht. Nur eine kleine Straße in Mainz hatte schon einen Vorgeschmack darauf. Doch es war kein Schnee, der sich am Nachmittag in der Walpodenstraße ausbreitete, sondern eine Art Nebel. Oder genauer: Kohlendioxid.

Ein Tankzug vor der Sektkellerei Goldhand hatte ein Gasleck. Kohlendioxid entwich und verteilte sich über die Walpodenstraße. Ungefährlich war das nicht: Der Fahrer des Tankzuges verletzte sich leicht, Anwohner blieben aber unverletzt.

Die spektakulären Bilder verbreiteten sich schnell, in Deutschland griffen nahezu alle Onlinemedien das Thema auf. Spiegel Online titelte „Gas-Alarm in Mainz“, auf Focus.de hieß es „Mainzer Innenstadt versinkt in Gaswolken“. Bild.de titelte überraschend zurückhaltend „Gasleck in Mainz“, auf faz.net hieß es „Gasleck löst Großeinsatz in Mainz aus“.

Internationale Schlagzeilen

Sogar internationale Medien griffen das Thema auf. „Gasaustritt legt Mainzer Innenstadt lahm“ titelte die österreichische Kronen-Zeitung, „CO2-Wolke schluckt ganzen Stadtteil" übertrieb das Schweizer Magazin 20 Minuten. In England berichteten unter anderem der Telegraph, der auch ein Video einbettete, sowie der Mirror.

Auch US-Medien zeigten Bilder der Gaswolken. Auf der Internetseite der New York Times zählte das Mainzer Gasleck zu den Bildern des Tages, genauso wie im Wall Street Journal. Die NBC News schrieben vom „Winter Wonderland“ und betteten ebenfalls ein Video des Gasaustritts ein.

Auf den Seiten imgur.com und reddit war das Gasleck ebenfalls großes Thema. „Looks like a lethal christmas miracle“ (auf Deutsch: „Sieht nach einem tödlichen Weihnachtswunder aus“) war einer der Top-Kommentare auf reddit, „Oh man, the trees are gonna get high as fuck“ ein anderer. Frei übersetzt: Die Bäume werden bald verdammt „high“ sein. (df)

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