Mehrere Hundert Menschen haben am Samstag in der Mainzer Innenstadt mit ihren Hunden für mehr Tierschutz in der EU protestiert. Laut dem Organisationsteam gingen 700 Menschen mit ihren 1200 Hunden auf die Straße.
Darum geht es beim „Galgomarsch“
Mit dem „Galgo-Marsch“, der zum ersten Mal in Mainz stattfand, wollen Tierschützer auf die „miserablen Haltungsbedingungen und die massenhafte ‘Entsorgung’ von jährlich rund 60.000 Galgos, Podencos und weiteren Jagd- und Gebrauchshunden in Spanien aufmerksam machen“. Sie fordern ein strengeres Tierschutzgesetz, das auch „die Jagd- und Gebrauchshunde“ mit einschließt.
Die „Galgomärsche“ finden demnach in mehreren Städten Deutschlands gleichzeitig statt, immer Ende Januar, da zu dieser Zeit die Jagdsaison in vielen Städten Europas ende. Die Hunde würden hier für Hetzjagden von Hasen „unkontrolliert und in großen Massen vermehrt und anschließend rigoros aussortiert“, schreiben die Veranstalter in ihrem Aufruf. Die Haltung sei meist miserabel und die Trainingsmethoden schonungslos. Werde ein Hund als „untauglich“ angesehen, werde er in der Regel getötet, ausgesetzt oder in einem Tierheim abgegeben. Über Tierschutzvereine landen die Hunde inzwischen teilweise auch in Deutschland. Doch die Tierheime hier könnten diese Hunde kaum mehr aufnehmen.
„Die spanischen Jagdhunde sind derzeit weder durch das europäische noch durch das spanische Tierschutzgesetz ausreichend geschützt“, kritisieren die Organisatoren. Zudem würden die Täter nur unzureichend verfolgt, da sie ihre Hunde oft illegal und versteckt halten.