Neue Radrouten: Werden wegfallende Parkplätze ersetzt?

Um den Radverkehr in Mainz zu fördern, baut die Stadt die Infrastruktur weiter aus. Mitunter fallen den neuen Radrouten auch einige Autoparkplätze zum Opfer. So beispielsweise beim „Lückenschluss“ in der Gärtnergasse.

Neue Radrouten: Werden wegfallende Parkplätze ersetzt?

Die Stadt Mainz arbeitet weiter daran, immer fahrradfreundlicher zu werden. Dafür sollen in den nächsten Tagen und Wochen weitere Radfahr- und Schutzstreifen angelegt beziehungsweise bestehende Radrouten erweitert werden. Dies trifft unter anderem auch auf die Gärtnergasse zu. Bei dem sogenannten Lückenschluss fallen in dieser Straße dafür einige Parkplätze weg.

Wie Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) zuletzt sagte, spiele „im Hinblick auf die Förderung der verschiedenen Wegeketten die Erreichbarkeit des Hauptbahnhofs eine entscheidende Rolle. Von dieser Optimierung der Streckenführung profitieren nicht nur Innenstadtbewohner, sondern ebenso Pendler, denen die Nutzung des Fahrrads für ihre Arbeitswege erleichtert wird“. Daher wird nun als eine der ersten Maßnahmen der Lückenschluss in der Gärtnergasse als Alternativtrasse zur Bahnhofstraße umgesetzt (wir berichteten).

Mit beidseitigen Schutzstreifen sollen die Fahrradfahrer hier eine „eindeutige Wegeführung“ erhalten. Der so neu aufgeteilte Fahrbahnraum sei übersichtlicher und damit sicherer für alle Verkehrsteilnehmer, so die Stadtverwaltung. Parken sei dort aber künftig nicht mehr möglich. Gerade dies beschäftigt Leser Ernst. Er fragt nun, ob die Stadt Ersatzplätze für die etwa zwölf wegfallenden Anwohnerparkplätze schafft.

„Straßenraum ist begrenzt“

Die Stadt Mainz weiß indes um die Situation der Anwohner vor Ort. „Selbstverständlich hat die Verwaltung alle Anwohnenden im Blick“, so Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr. Diese seien jedoch mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Die Bebauung der Innenstadt sei zu einer Zeit entstanden, als kaum jemand ein Auto besaß. Dadurch bedingt, gebe es einen Mangel an Parkplätzen, so Peterhanwahr. „Der Straßenraum sei jedoch begrenzt und könne nicht erweitert, sondern nur umverteilt werden.“ Insbesondere die Bewohner der Alt- und der Neustadt seien überproportional oft mit dem Rad unterwegs. Zudem sei die Bedeutung des Fahrrads gegenüber dem Auto in diesen Stadtteilen massiv gestiegen, so Peterhanwahr. Daher halte die Verwaltung die entsprechende Umverteilung für gerechtfertigt. Einen Ersatz für die wegfallenden Parkplätze wird es demnach also nicht geben.

Auch an anderen Stellen in der Stadt wird es demnächst wohl ähnlich kommen, wie Stadtsprecher Peterhanwahr erklärt: „Wie bereits am Beispiel der Gärtnergasse verdeutlicht, lässt sich innerhalb einer Stadt der Straßenraum nicht vergrößern, sondern nur anders aufteilen.“ Da es auch in anderen Stadtteilen steigende Radverkehrsanteile gebe, würden nun Stück für Stück neue Radrouten umgesetzt. „Um diese sicher und regelkonform ausgestalten zu können, ist der Wegfall von Parkplätzen an einigen Stellen nicht zu vermeiden“, so Peterhanwahr. (df)

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