Am Donnerstagabend (19. März) steht der 1. FSV Mainz 05 vor einer historischen Chance. Mit einem Sieg im Rückspiel gegen den tschechischen Verein Sigma Olmütz könnten die 05er ins Viertelfinale der Uefa Conference League einziehen. Nach dem 0:0 im Hinspiel wären die Mainzer bei einem Sieg unter den besten acht Teams des Wettbewerbes. FSV-Fans dürften so langsam ernsthaft von einem Finaleinzug im Mai träumen. Schon jetzt ist es die erfolgreichste Europapokal-Saison der Mainzer Vereinsgeschichte.
Dass Mainz 05 inzwischen ernsthaft zu den Favoriten in der Conference League zählt, ist eine kleine Überraschung – gleichwohl keine Sensation. Die 05er wurschtelten sich in ihrer schweren sportlichen Krise unter Ex-Trainer Bo Henriksen im Herbst durch die Gruppenphase des Wettbewerbs. Unter dem neuem Trainer Urs Fischer qualifizierten sie sich letztlich souverän direkt für das Achtelfinale. Im Wettbewerb mit vielen Vereinen, die finanziell nicht mit dem FSV mithalten können, traten die Mainzer bisher meistens souverän auf.
Zuschauer-Magnet und Millionen-Einnahmen
Während Mainz 05 in der Fußball-Bundesliga trotz gestiegenem Fan-Interesse immer noch zu den kleineren Vereinen zählt, gelten die 05er in der Conference League – der Champions League der Kleinen – zu den absoluten Zuschauer-Magneten (wir berichteten). Zu allen drei Gruppenphasen-Heimspielen in der Mewa Arena kamen über 30.000 Zuschauer. Damit sind die Mainzer der einzige Klub im Wettbewerb, dem dies gelang. Die Partien gegen Samsunspor (33.000), die AC Florenz (30.300) und Zrinjski Mostar (30.200) waren die drei zuschauerstärksten Spiele der gesamten Ligaphase.
Und auch finanziell ist die Conference League für den FSV ein lohnendes Geschäft. In dieser Woche berichtete der „Kicker“ darüber, dass Mainz 05 bereits rund 14 Millionen Euro durch die Teilnahme eingenommen hat. „Davon gehen die Prämien und andere Kosten ab. Unter dem Strich rechne ich bislang mit einem Überschuss von rund acht Millionen Euro“, ordnete Sportvorstand Christian Heidel ein. Im modernen Fußball ist dieser Betrag zwar unspektakulär, doch für Vereine wie Mainz 05 immer noch ein nettes Extra.
Sollten die 05er das Achtelfinale am Donnerstagabend gewinnen, dürften sich die Mainzer Fans erneut auf spannende Gegner freuen. Entweder ginge es dann gegen HNK Rijeka aus Kroatien oder Racing Straßburg aus Frankreich.