Chaos bei Mainz 05: Mitgliederversammlung verschoben

Eigentlich hätten die Mitglieder von Mainz 05 am 9. Februar den Aufsichtsrat und den Vereinsvorsitzenden wählen sollen. Doch nun herrscht hinter den Kulissen des FSV pures Chaos - die Digital-Versammlung musste abgesagt werden.

Chaos bei Mainz 05: Mitgliederversammlung verschoben

Unruhige Zeiten beim FSV Mainz 05: Der Verein hat am späten Dienstagabend angekündigt, seine für den 9. Februar geplante Mitgliederversammlung zu verschieben. Eigentlich hätten die 05-Mitglieder schon Ende Oktober 2020 den Aufsichtsrat und den Vereinsvorsitzenden wählen sollen - wegen der Corona-Pandemie musste die Veranstaltung damals schon verschoben werden. Nun hätte die Versammlung digital stattfinden sollen.

In einer Mitteilung des Vereins heißt es nun zur Verlegung der Versammlung: „Grund hierfür ist die in der Vereinssatzung nicht klar definierte Aussage bezüglich der Gesamtzahl der zu nominierenden Bewerberinnen und Bewerber zum Vereinsvorsitz und Aufsichtsrat in den Paragraphen 12 und 15.“ In den vergangenen Tagen hagelte es bereits Kritik an der Wahlkommission des FSV. Diese hatte bei 28 Bewerbungen vier der maximal möglichen 16 Bewerberplätze für den Aufsichtsrat unbesetzt gelassen. Zudem wurden vier aktuelle Mitglieder des Aufsichtsrats nicht zur Wahl zugelassen. Fans und Mitglieder kritisierten, die Entscheidung der Wahlkommissin sei intransparent. In der FSV-Mitteilung heißt es dazu: „Die Wahlkommission ist in ihrer Entscheidung gemäß der Satzung frei und unabhängig und muss diese nicht begründen.“

Kritik von vielen Seiten

Am Sonntag hatte sich schon Mainz 05-Ehrenpräsident Harald Strutz (70) in der Bild-Zeitung zu Wort gemeldet. Er sagte: „Ich habe den Eindruck, dass der Verein zum Intriganten-Stadl verkommt. So darf es nicht weitergehen – sonst fährt man Mainz 05 an die Wand!“ Die Entscheidung, vier Aufsichtsräte nicht zur Wahl zuzulassen, bezeichnete er als „ehrverletzend und rufschädigend“.

Eva-Maria Federhenn, 2. stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, ist eine der vier Aufsichtsräte, die nun nicht zur Wiederwahl antreten dürfen. Sie sagte gegenüber dem SWR, sie sei von der Wahlkomission telefonisch darauf hingewiesen worden, dass sie nicht zur Wahl zugelassen ist. „Man wollte mir aber die Gelegenheit geben, meine Bewerbung noch zurückzuziehen“, so Federhenn weiter. Diesen Schritt habe sie jedoch abgelehnt. Federhenns Meinung: „Nachvollziehbar ist das Ganze für mich nicht.“ Für Unverständnis sorgt auch das Beispiel von Frank Röhr. Er saß bisher nicht im Aufsichtsrat der 05er, wollte im Oktober kandidieren und wurde auch zur Wahl zugelassen. Nachdem die Wahl in den Februar verlegt wurde, sprach sich die Wahlkommission nun gegen Röhr als Kandidaten aus.

Hofmann will Klarstellung

Der Vereinsvorsitzende Stefan Hofmann versucht währenddessen, den Image-Schaden in Grenzen zu halten. Er erklärte am Dienstagabend in der FSV-Mitteilung: Einer juristischen Einschätzung zufolge habe die Wahlkommission satzungskonform gehandelt. Hofmann weiter: „Die Wahlen zu den wichtigsten Vereinsgremien stellen unsere Weichen für die Zukunft. Sie müssen ein Ausdruck eines gemeinsamen Weges und eine unumstrittene Legitimation für die Gewählten sein, dürfen unseren Verein auf keinen Fall entzweien. Bevor wir Wahlen durchführen, bedarf es daher einer Klarstellung des Satzungstextes.“ Ein neuer Termin für die richtungsweisende Wahl steht derzeit noch nicht fest.

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