Auf der Ingelheimer Aue in Mainz entsteht ein neuer Batteriespeicher mit einer Kapazität von 60 Megawattstunden. Wie die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW), die Mainzer Stadtwerke und die ESWE Versorgung mitteilen, wurde am Freitag symbolisch das Fundament für die Anlage gelegt.
Der Speicher soll Strom aus dem Netz aufnehmen, wenn dieser im Überschuss vorhanden ist, und ihn bei Bedarf wieder abgeben. Seine Hauptaufgabe ist die Stabilisierung des Stromsystems und der Netzfrequenz. „Die besondere Stärke des Batteriespeichers ist seine Geschwindigkeit“, erklärt Projektleiter Jacob Buhmann. „Innerhalb von Sekundenbruchteilen kann er auf Schwankungen im Stromnetz reagieren. Damit wird er zu einem wichtigen Baustein für ein Energiesystem, das zunehmend von Sonne und Wind geprägt ist.“
Schlüsseltechnologie der Energiewende
Die Anlage verfügt über eine Leistung von 22 Megawatt. Voll geladen entspricht die Kapazität von 60 Megawattstunden rechnerisch dem Tagesbedarf von über 6000 Haushalten oder rund 1000 Ladevorgängen eines E-Autos. „Die Ingelheimer Aue ist seit 95 Jahren das energiepolitische Herz unserer Stadt“, so Nino Haase, Mainzer Oberbürgermeister und KMW-Aufsichtsratsvorsitzender. „Wir nutzen die vorhandene Infrastruktur, um Mainz fit für die nächste Phase der Energiewende zu machen.“
„Batteriespeicher gehören zu den Schlüsseltechnologien der Energiewende“, sagt Daniel Gahr, Vorstand der Mainzer Stadtwerke. Er kündigte an, dass die Stadtwerke den Bau eines weiteren Batteriespeichers mit 15 Megawatt Leistung und 62 Megawattstunden Speicherkapazität im Stadtgebiet planen.
Zwei Städte, ein Ziel
Gebaut wird der Speicher auf dem KMW-Gelände von der INTILION GmbH aus Paderborn. Das Fundament gießt die Firma K&R Tiefbau GmbH aus Zornheim. Die Inbetriebnahme der Lithium-Ionen-Batterien ist für Ende März 2027 geplant.
Das Projekt ist eine Kooperation der Energieversorger beider Rheinseiten. „Im September haben wir den Spaten für den Batteriespeicher in Wiesbaden angesetzt. Heute folgt Mainz“, sagt Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. „Zwei Städte, ein Ziel: eine Energieversorgung, auf die sich die Menschen verlassen können.“ In Wiesbaden entsteht ein Speicher mit 30 Megawattstunden und 11 Megawatt. Jörg Höhler, Vorstandsvorsitzender der ESWE Versorgungs AG, ergänzt: „Das macht das Netz auf beiden Rheinseiten stabiler.“