Nach rührendem Brief: Familie meldet sich

Beim Flaschen sortieren fand ein Mitarbeiter im Budenheimer Rewe letzte Woche einen rührenden Brief in einer Flasche. Über Merkurist suchte er die Absender: den fünfjährigen Lennard und seinen Opa. Jetzt hat sich die Familie gemeldet.

Nach rührendem Brief: Familie meldet sich

Normalerweise vermutet man Flaschenpost ja in Flüssen oder Ozeanen. Bei Merkurist-Leser Andreas war es am Donnerstag vergangener Woche anders: Als der Rewe-Mitarbeiter im Budenheimer Markt kurz vor Feierabend die Flaschen sortierte, fand er in einer Saftflasche einen rührenden Brief.

„Lieber Finder der Flaschenpost, mein Name ist Lennard und ich bin fast fünf Jahre alt. Ich kann noch nicht schreiben, deswegen macht das mein Opa. Ich wünsche dir viel Glück und Gesundheit und Spaß beim Lesen.“

Andreas war begeistert. „Ich fand es total cool, dass der Kleine und sein Opa den Brief zusammen verfasst haben. Ich war schon ein wenig gerührt“, sagte er gegenüber Merkurist. Lennard und seinem Opa antworten konnte Andreas allerdings nicht, denn eine Adresse fehlte in dem Brief. Andreas wendete sich an Merkurist, um Kontakt zu Lennard und seinem Opa aufzunehmen. Und er hatte Erfolg. Wenige Tage nachdem wir berichteten, meldete sich Lennards Mutter bei uns und vermittelte den Kontakt zu ihrem Schwiegervater.

Opa und Enkel schreiben Brief

Auch der hatte mittlerweile mitbekommen, dass der Brief für viel Aufsehen gesorgt hatte. „Unser Enkel ist jeden Dienstag bei uns, da basteln wir meistens zusammen oder bauen Legosteine auf. Mit seiner Oma bastelt er gerne Papierflieger“, sagt Opa Dieter Jabkowski, 66, gegenüber Merkurist. „Wir freuen uns immer, wenn er da ist.“ Vor einigen Wochen sei Lennard dann mit der Idee auf ihn zugekommen, zusammen eine Flaschenpost zu schreiben.

Gemeinsam verfassten Opa Dieter und Enkel Lennard, mittlerweile fünf Jahre alt, den Brief und legten ihn in die Saftflasche. Dass diese aber im Budenheimer Rewe landen würde, war nur ein Zufall. „Die Flasche stand einige Wochen auf der Fensterbank. Wir hatten eigentlich vor, sie gemeinsam in den Rhein zu werfen“, sagt Jabkowski.

Flasche landet aus Versehen im Rewe

Anders als gewöhnliche Flaschenpost legte der Brief von Opa und Enkel dann aber nur einen kurzen Weg zurück: von Budenheim nach Budenheim. Denn Lennards Oma wusste nichts von der Flaschenpost. „Letzte Woche hat sie die Flasche mitgenommen und im Rewe als Pfand abgegeben.“

Und dort fand sie schließlich einen Empfänger: Andreas. Auch er hat mittlerweile Kontakt zur Familie Jabkowski aufgenommen. „Wir wollen uns in der nächsten Zeit mal treffen, meine Idee ist es, Lennard eine Antwort zu schreiben“, sagt Andreas gegenüber Merkurist. Und er hat schon eine zweite Idee. „Wir können zusammen eine richtige Flaschenpost in den Rhein werfen. Mal schauen, ob die dann wieder gefunden wird.“ (lp)

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