Fehlt 05-Spielern die Identifikation? Sportvorstand Schröder wird deutlich

Für Mainz 05 stehen im Abstiegskampf entscheidende Wochen an. Doch viele Fans äußern in sozialen Medien Kritik am Einsatz der Mainzer Spieler. Sportvorstand Rouven Schröder reagierte am Freitag auf die Kritik.

Fehlt 05-Spielern die Identifikation? Sportvorstand Schröder wird deutlich

Am vergangenen Sonntag setzte es für den FSV Mainz 05 eine bittere 0:5-Heim-Klatsche gegen RB Leipzig (wir berichteten), am Mittwoch folgte für Spieler und Fans des FSV die nächste Enttäuschung. Bei Aufsteiger Union Berlin kamen die 05er nicht über ein 1:1 hinaus - dabei spielte der FSV mehr als die Hälfte des Spiels in Überzahl. Die Mainzer stehen mit einem Punkt Vorsprung vor dem Relegationsplatz, den derzeit Fortuna Düsseldorf belegt. Nach vier Spielen ohne Sieg und einer insgesamt enttäuschenden Saison scheinen viele Fans langsam die Geduld zu verlieren.

In sozialen Medien richtet sich die Enttäuschung immer mehr gegen die Mannschaft. Kommentare wie „Es fehlt an Identifikation mit dem Verein und dem gesamten Umfeld...“ oder „Man hat das Gefühl, der Mannschaft ist jedes Ergebnis recht oder egal“ häufen sich in sozialen Medien. Bei der Pressekonferenz vor dem Mainzer Heimspiel am Samstag gegen die TSG Hoffenheim wurde auch 05-Sportvorstand Rouven Schröder auf das Thema „fehlende Identifikation der Spieler“ angesprochen. Dabei reagierte er deutlich: „Das ist eine plakative Frage, die immer gerne genutzt wird, wenn die Dinge nicht so laufen“, antwortete Schröder. Trotzdem sei sie auch „legitim“.

„Können es aus eigener Kraft schaffen“

Er könne immer wieder nur betonen, wie kritisch man bei Mainz 05 mit sich selbst umgehe, so Schröder weiter. „Wenn man die Jungs tagtäglich sieht, wie sie damit umgehen und wie sie sich hinterfragen, dann merkst du schon, was da passiert. Ich glaube, an keinem geht das spurlos vorbei.“ Entscheidend sei es allerdings, dass die Spieler nun eine Reaktion auf dem Platz liefern würden.

Schröder weiter: „Wenn wir wüssten, dass einer nicht so tickt und dem Ganzen nicht folgt, dann wären wir auch in der Verantwortung, einen Strich drunter zu setzen.“ Im Klartext: Wer jetzt nicht mitzieht, hat offenbar keine Zukunft bei den 05ern. Seinen Optimismus hat Schröder aber nicht verloren: „Wir können das aus eigener Kraft schaffen. Und ich habe ein total gutes Gefühl, auch was das Umfeld betrifft.“

Warum Bayern-Star Davies 2018 nicht verpflichtet wurde

Während der Pressekonferenz am Freitag bezog Schröder außerdem Stellung zu den Gerüchten der Münchener Zeitung „tz“. Das Blatt hatte berichtet, die 05er hätten den heutigen FC Bayern München-Star Alphonso Davies im Jahr 2018 auf dem Zettel. In Mainz habe man damals aber an der Bundesliga-Tauglichkeit des Kanadiers gezweifelt (wir berichteten).

„Wenn wir so einen Transfer machen, den wir noch nie getätigt haben, dann muss es auch der absolute Topspieler für uns sein.“ - Mainz-05-Sportvorstand Rouven Schröder

„Es ist grundsätzlich so, dass wir Alphonso Davies angeboten bekommen haben, wir haben ihn auch gesichtet“, verriet Schröder. Davies sei ein Spieler mit tollen Anlagen. Er habe damals allerdings noch eine gewisse Entwicklung gebraucht, sei zudem nur für einen zweistelligen Millionenbetrag zu haben gewesen, so Schröder weiter. „Wenn wir so einen Transfer machen, den wir noch nie getätigt haben, dann muss es auch der absolute Topspieler für uns sein.“ Daher habe man sich letztlich gegen den Transfer entschieden. (ms)

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