Das müsst ihr über den Start der Erdbeersaison wissen

Die Temperaturen steigen, die Beerensaison naht. Als erstes werden die Erdbeeren reif. Noch liegen sie geschützt im Gewächstunnel, doch die ersten Pflanzen entwickeln bereits Früchte. Wir haben mit Mainzer Landwirten über die Saison gesprochen.

Das müsst ihr über den Start der Erdbeersaison wissen

„Ende der Woche wird es langsam losgehen“, sagt Christian Schüler, Landwirt aus Drais. Noch werden seine Erdbeeren in langen Tunneln vor der nächtlichen Kälte geschützt, in Frostnächten legt Schüler zusätzlich ein Vlies auf die Pflanzen: „Morgens decken wir die Pflanzen auf, abends wieder zu.“ Die Freilanderdbeeren entwickeln ihre Blüte erst später, so dass der Frost der vergangenen Woche ihnen nichts anhaben konnte. Wenn es nun wärmer wird, kann die Ernte im großen Maßstab beginnen. „Sonne ist jetzt das wichtigste, damit die Erdbeeren wachsen können“, so Schüler.

Mainzer Erdbeeren werden vor allem in den Feldern von Drais, Bretzenheim, Hechtsheim und Finthen angebaut. Reif werden sie im Freien normalerweise zwischen Mai und Juli. „Dieses Jahr startet die Saison etwas später, da es vor allem nachts noch so kalt ist“, sagt Sandra Stauder aus Bretzenheim. Ihre Freiland-Erdbeeren werden in zwei bis drei Wochen im Bretzenheimer Hofladen zu kaufen sein.

Erntehelfer müssen zunächst in Quarantäne

Mit Start der Erntesaison werden auch die Erntehelfer anreisen – unter strikten Restriktionen, wie Landwirt Christian Schüler berichtet: Vor der Abfahrt müssen sich die Helfer auf Corona testen lassen, anschließend fahren sie in kleinen Gruppen nach Deutschland, entweder mit einem Kleinbus oder dem PKW. In Mainz angekommen, bleiben sie fünf Tage in Quarantäne und werden anschließend noch einmal getestet. Erst dann können sie – immer in festen Kleingruppen – mit der Arbeit beginnen.

Zusätzlich zu den Erntehelfern sucht der Obsthof Schüler Studierende als Aushilfen im Direktverkauf. „Im vergangenen Jahr kauften die Leute unsere Erdbeeren lieber an den Ständen unter freiem Himmel als in den Supermärkten“, hat Christian Schüler festgestellt. Verkaufsstände wird Schüler nicht nur in Drais aufbauen, sondern auch in der Neustadt (Bismarckplatz), in Weisenau, Ebersheim, Mombach (Schwimmbad), Nieder-Olm und Ingelheim. Beliefert werden zudem die regionalen Filialen von Edeka, Rewe und Wasgau. Auch den Lieferdienst Frischepost stattet Schüler mit Erdbeeren aus: Ab Mai kann man sich die Draiser Früchte also nach Hause bringen lassen. Am Ende der Erntesaison im Juli können die Mainzer ihre Früchte wieder selbst auf dem Draiser Feld pflücken.

Übrigens: Botanisch zählen Erdbeeren gar nicht zu den Beeren, sondern sind Rosengewächse und gehören zu den Sammelnussfrüchten: Die gelben Punkte sind die Früchte.

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