Warum die Preise für Schutzmasken oft so unterschiedlich sind

Wer derzeit in einer Apotheke oder online nach Schutzmasken sucht, zahlt nicht selten mindestens doppelt so viel wie vor der Corona-Krise. Sogar unter den Apotheken variieren die Preise. Woran das liegt und wen das besonders hart trifft.

Warum die Preise für Schutzmasken oft so unterschiedlich sind

Seit Montag gilt in Mainz eine Maskenpflicht. Wer einkaufen geht, mit dem Bus fährt oder Geschäfte besucht, in denen es besonders eng ist, muss Mund und Nase bedecken. Tut man das wiederholt nicht, muss man ab Anfang Mai mit einem Bußgeld rechnen. Viele Mainzer decken sich deshalb jetzt mit Masken ein und wundern sich über die Preise.

Preise orientieren sich an Nachfrage

Einige Mainzer berichten davon, für drei einfache Masken zehn Euro sowie bis zu 15 Euro für eine FFP2-Maske in Apotheken gezahlt zu haben. Warum das durchaus so sein kann, erklärt Apothkerin Tina Beitz, Inhaberin der Stern Apotheke Kistenpfennig in der Mainzer Neustadt. „Das liegt auch an den vielen unterschiedlichen Einkaufspreisen.“ Die Lage habe sich zuletzt stark geändert. Davon sei auch sie betroffen gewesen. „Zunächst haben wir zehn Masken für zehn Euro anbieten können.“ Denn zu Beginn der Krise habe sie viele Masken geordert.

Inzwischen müsste sie aber auch andere, höhere Preise beim Einkauf zahlen, nachdem zuletzt fast stündlich die Nachfrage nach Masken gestiegen sei. „Wir bestellen ja nicht 10.000 Masken auf einmal, um sie dann zu verkaufen.“ Generell dürften bei den Masken aber auch keine Preiseabsprachen der Apotheken untereinander erfolgen. „Viele denken, die Apotheken machen den großen Reibach mit den Masken.“ Doch das treffe nicht zu.

Masken und Desinfektionsmittel seien normalerweise auch nicht das Gebiet, auf dem Apotheken ihre Erlöse erzielen. Dies seien zu 85 Prozent immer noch die Medikamente. Wer kein Geld für einfache oder teurere FFP2-Masken ausgeben möchte, für den hat Tina Beitz noch einen Tipp: „Gut schützt auch eine Stoffmaske, die wir für vier bis 15 Euro anbieten, und die man in der Waschmaschine waschen und dann wiederverwenden kann.“

Auch medizinische Institutionen kämpfen mit Preisen

Die hohen Preise treffen aber nicht nur private Käufer in Apotheken oder im Netz. Auch medizinische Institutionen, die ihre Schutzausrüstungen in großen Mengen brauchen, leiden darunter. Der Arbeiter Samariter Bund (ASB) kämpft seit Wochen mit Lieferengpässen und hohen Kosten. „Der Preis für FFP2-Masken hat sich seit Beginn der Corona-Krise im Durchschnitt um das Drei- bis Vierfache gesteigert. Aber wir haben auch Angebote bis hin zu dem achtfachen Preis erhalten“, sagt Jeff Mertens, Bereichsleiter Rettungsdienst ASB Westhessen. Mittlerweile habe sich die Lage zwar etwas verbessert, der ASB müsse aber weiterhin verlängerte Lieferzeiten und Lieferengpässe einkalkulieren, so Mertens.

Aufgrund dieser schwierigen Lage weisen Landes- und Bundespolitiker sowie das Robert Koch-Institut (RKI) immer wieder daraufhin, dass vor allem medizinische Atemschutzmasken wie FFP-Masken medizinischem Personal vorbehalten sein müssen. Sie schützen das Personal davor, sich mit dem Virus anzustecken. Für die meisten Menschen reiche im Alltag eine Mund-Nasen-Bedeckungen zum Beispiel aus Baumwollstoff aus.

Denn bei der Maskenpflicht geht es eher darum, das Virus nicht weiter zu verbreiten. Alltagsmasken aus Stoff sollen dafür sorgen, dass Feuchtigkeit aus dem Atem durch Niesen oder Husten nicht so weit in die Umgebung verteilt wird. Außerdem dienen sie als eine Art Barriere. Wer sie trägt, fasst sich nicht direkt ins Gesicht und kann sich so besser vor einer Ansteckung schützen.

Discounter bieten jetzt Masken an

Für eine Preisentspannung könnten jetzt die Discounter Aldi Süd und Lidl sorgen. Beide Unternehmen bieten ab sofort Schutzmasken und verzichten dabei nach eigenen Angaben auf einen Gewinn. So teilt Lidl auf seiner Internetseite mit: „Wir bieten ab sofort in unseren Filialen Masken zum Selbstkostenpreis an. Eine Packung enthält 50 Einwegmasken. Pro Einkauf und Kunde wird eine Packung ausgegeben.“ Diese Ware könne jedoch aufgrund begrenzter Vorratsmengen bereits im Laufe des ersten Angebotstages ausverkauft sein, so das Unternehmen. Discounter Aldi Süd will 10er-Masken-Sets für sieben Euro anbieten, wie der „Focus“ berichtet. Jeder Kunde soll dann zwei Packungen erhalten.

Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit Michelle Sensel. (pk)

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