Aus für „BrotPosten“ in der Neustadt

Mehr als sieben Jahre lang verkaufte der „BrotPosten“ am Frauenlobplatz Backwaren vom Vortag. Doch jetzt hat der Laden geschlossen.

Aus für „BrotPosten“ in der Neustadt

Brot, Brötchen und Stückchen vom Vortag zum kleinen Preis - das war das Konzept vom „BrotPosten“ in der Mainzer Neustadt. 2012 hatte Abdelmajid Hamdaoui den Laden am Frauenlobplatz eröffnet - als „Gegenpol zur Wegwerfgesellschaft“. Jeden Morgen zwischen 6:30 und 9:30 Uhr wurde Laden von zwei Bäckereien der Region beliefert, darunter auch von der Mainzer Bio-Bäckerei „Kaiser“. Backwaren, die auch im „BrotPosten“ nicht mehr verkauft werden konnten, bekamen Landwirte für ihre Tiere.

Doch jetzt hat der Laden geschlossen. Mit einem Schild an der Eingangstür verabschiedeten sich Hamdaoui und seine Frau Imane von ihren Kunden. „BrotPosten schließt am Samstag, den 21.12.19. Wir danken euch für eure Treue seit April 2012. Wir wünschen euch weiterhin eine besinnliche Weihnachtszeit.“

Zu wenige Backwaren

Doch warum musste der „BrotPosten“ schließen? Gegenüber Merkurist sagt Hamdaoui, der auch den „Unverpackt“-Laden in Mainz führt: „Jemand, der nur geschäftlich denkt, hätte den BrotPosten erst gar nicht eröffnet.“ Rentabel sei der Laden nie wirklich gewesen. Dass er überhaupt so lange durchgehalten habe, habe vor allem an den Bio-Brötchen von „Kaiser“ gelegen.

Doch genau da liegt das Hauptproblem: Die Bio-Bäckerei habe im Laufe der Zeit immer weniger Brötchen produziert - auch aus Gründen der Nachhaltigkeit. „Bevor bei Kaiser zwei Brötchen übrig bleiben, backen sie lieber zwei weniger“, so Hamdaoui. Seien vor sieben Jahren noch 70, 80 Kisten beim „BrotPosten“ gelandet, waren es zuletzt noch vier oder fünf Kisten. Der Plan, den Laden aufzugeben, sei schon Anfang 2019 entstanden, dennoch habe man ihn noch ein Jahr weiter laufen lassen.

Für die treuen Kunden tut es dem Ehepaar Hamdaoui „tierisch leid“. Abdelmajid Hamdaoui sagt: „Wir haben in dieser Zeit viele Menschen lieb gewonnen. Vor allem meine Frau ist sehr traurig. Sie hat von manchen Kunden zum Geburtstag einen schöneren Blumenstrauß bekommen als von mir.“ (df)

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