Getöteter Achtjähriger: Tatverdächtiger muss in Psychiatrie

40-Jähriger stellt „Gefahr für die Allgemeinheit“ dar

Getöteter Achtjähriger: Tatverdächtiger muss in Psychiatrie

Der Tatverdächtige, der am 29. Juli im Frankfurter Hauptbahnhof einen Achtjährigen vor einen einfahrenden Zug gestoßen und damit getötet haben soll, wird vorläufig in einer Psychiatrie untergebracht. Das teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Donnerstag mit.

Gegen den 40-Jährigen wird wegen des Verdachts des Mordes und zweifachen Mordversuchs an der Mutter und einer weiteren Frau am Bahnsteig ermittelt. Bislang befand er sich in Haft. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat der Haftrichter in Frankfurt den am 30. Juli erlassenen Haftbefehl gegen ihn am Donnerstag in einen Unterbringungsbefehl umgewandelt.

Ein psychiatrischer Sachverständiger untersuchte den Tatverdächtigen im Hinblick auf eine psychische Erkrankung und einen möglichen Einfluss auf dessen Schuldfähigkeit. Demnach leidet der Mann, so die Staatsanwaltschaft, offenbar an einer Krankheit aus dem schizophrenen Spektrum — vermutlich einer paranoiden Schizophrenie. Da der Verdächtige zur Tatzeit einen akuten Schub gehabt habe, der Grund für die begangenen Taten gewesen sei, gehe man von einer erheblich verminderten Einsichts- und Steuerungsfähigkeit des Mannes aus, so der Gutachter.

Laut Staatsanwaltschaft muss der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden, weil die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass er wegen seiner Erkrankung auch künftig „erhebliche rechtswidrige Taten“ begehen wird. Er stellt deshalb, so die Staatsanwaltschaft, „eine Gefahr für die Allgemeinheit dar“.

Ungeachtet von der vorläufigen Unterbringung im Krankenhaus dauern die Ermittlungen in dem Fall weiter an. Der 40-jährige Eritreer, der zuletzt in der Schweiz lebte, soll am 29. Juli vormittags an Gleis 7 des Frankfurter Hauptbahnhofs eine Mutter und ihren Sohn vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben. Der Versuch, eine weitere Frau auf die Gleise zu stoßen, misslang. Während sich die Mutter zur Seite rollen konnte, kam für den achtjährigen Jungen jede Hilfe zu spät. Der Fall sorgte für Erschütterung in ganz Deutschland, bei einer Spendenaktion für die Mutter des Jungen kamen mehr als 112.000 Euro zusammen. (pk)

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