Gruseliger Skelettfund: Wurde die 15-jährige Marlitt ermordet?

Der Tod der 15-jährigen Schülerin Marlitt W. im Jahr 1983 berührte viele Menschen. Das Mädchen, von dem nur noch Knochen und Schädel gefunden wurden, schien dubiose Freunde zu haben. Ob Marlitt nun ermordet wurde, ist bis heute allerdings unklar.

Gruseliger Skelettfund: Wurde die 15-jährige Marlitt ermordet?

Seit 1967 unterstützt das ZDF mit der Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ Ermittler dabei, Verbrechen aufzuklären. Seitdem wurden mehr als 4600 Fälle gezeigt, in denen auch besonders tragische Verbrechen im Fokus standen. In unserer Serie stellen wir Euch die bewegendsten Fälle vor. Der Tod der 15-jährigen Marlitt W. aus Frankfurt im Jahr 1983 gibt der Polizei immer noch Rätsel auf. Fiel das Mädchen einem Mord zum Opfer oder führte ein Unglück zum Tod der 15-Jährigen?

Plötzlich spurlos verschwunden

Am Sonntag, den 20. Februar 1983, verließ Marlitt W. nach dem Mittagessen die elterliche Wohnung in Frankfurt-Riederwald. Etwa zwei Stunden später - gegen 15 Uhr - saß die 15-Jährige dann mit ein paar Schulfreunden in einem Schnellrestaurant am Frankfurter Hauptbahnhof. Ihre Mitschüler berichten später, dass sie mit Marlitt dort zufällig zusammengetroffen sind und diese noch ihren Freund Martin besuchen wollte. Gegen 17 Uhr erkundigte sich Marlitt dann tatsächlich nach ihrem Freund. Dieser wohnte im Stadtteil Bornheim. Dort traf sie aber nur die Schwester ihres Freundes an, die Marlitt erklärte, dass Martin nicht zuhause sei. Die Begegnung mit der Schwester ihres Freundes ist bis heute das letzte aktenkundige Lebenszeichen des jungen Mädchens.

Marlitts Familie wartete dann am Abend vergeblich auf die 15-Jährige und informierte schließlich die Polizei. Doch weder eine Vermisstenanzeige noch die privaten Suchaktionen der gesamten Familie brachten ein Ergebnis. Marlitt blieb spurlos verschwunden - für die Polizei zunächst einer von vielen Tausend Vermisstenfällen.

Hund findet Marlitts Knochen

Vier Wochen später, am 20. März 1983, brannte im Norden der Stadt ein altes abbruchreifes Wohn- und Lagerhaus, das oft Obdachlosen als Schlafunterkunft diente. Das Gebäude stand auf dem sogenannten Sinai-Gelände einer stillgelegten Großgärtnerei an der Eschersheimer Landstraße, wo ein neues Wohnviertel entstehen sollte. Die Nachsuche in dem alten, halb ausgebrannten Gebäude brachte dann keine neuen Erkenntnisse. In den Akten der Feuerwehr wurde später als Brandursache festgehalten: vermutlich Brandstiftung durch fahrlässigen Umgang mit offenem Feuer.

Fünf Monate blieb die Ruine dann unverändert stehen, bis im August 1983 die ohnehin seit Langem geplanten Abbrucharbeiten begannen. Niemand wusste zu diesem Zeitpunkt, dass das alte Gebäude schon seit der Zeit vor dem Brand ein grausiges Geheimnis barg. Nachdem die Abrissarbeiten erfolgten, war ein Trümmerhaufen alles, was von dem alten Haus übrig blieb.

Am Freitag, den 26. August 1983, erregte aber gerade dieser Trümmerhaufen das Interesse eines Schäferhundes, den zwei Mädchen spazieren führten. In den Trümmern entdeckte der Hund einen Knochen und einen Schädel. Aus Schreck liefen die Mädchen sofort weg. Daheim erzählten sie von dem mysteriösen Fund und lösten somit eine größere Polizeiaktion aus. Beamte der Bereitschaftspolizei bargen dann zusammen mit der Kripo weitere Knochenreste aus den Trümmern des abgerissenen Gebäudes.

Die Knochen wurden schließlich der Gerichtsmedizin übergeben. Diese fand heraus, dass es sich bei dem Fund um die Knochen einer etwa 15 bis 20 Jahre alten Frau handeln muss. Diese Erkenntnisse führten die Kriminalbeamten dann relativ schnell zum Vermisstenfall Marlitt W. Die Auswertung von Röntgenaufnahmen des vermissten Mädchens ergaben schließlich, dass es sich bei den Knochenfunden um die menschlichen Überreste von Marlitt W. handelt.

War es Mord?

Wie die Seite „blofelds-krimiwelt.de“ schreibt, durchleuchtete die Frankfurter Kripo später noch den gesamten Bekanntenkreis von Marlitt. Dabei habe sich herausgestellt, dass sie durch ihren Freund auch in eine Clique und in Kreise geraten war, in die sie gar nicht gepasst hatte. „Die Bekannten des Freundes, der trotz seines jugendlichen Alters schon einiges auf dem Kerbholz hatte, zum Beispiel Autoaufbrüche und Diebstähle, entstammten einem Milieu aus Kriminellen, Alkoholikern, Sozialhilfeempfängern und Prostituierten“, heißt es auf der Webseite.

Bei den Vernehmungen habe der Freund dann teilweise so widersprüchliche Angaben gemacht, dass er am 18. April 1984 wegen Verdachts des Totschlags und der fahrlässigen Tötung von Marlitt festgenommen, allerdings nach einer Nacht in Gewahrsam am 19. April 1984 wieder auf freien Fuß gesetzt worden sei, so die Seite. Auch alle anderen Spuren und Ermittlungen verliefen schließlich im Sand. Somit ist bis heute ungeklärt, wie genau Marlitt W. ums Leben kam und ob sie vielleicht sogar ermordet worden sein könnte. (df)

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