„Es reicht!“ - Mainzer Clubbetreiber wenden sich an OB Ebling

Schon wieder schließen viele Mainzer Clubs ihre Türen, weil die Corona-Regeln den Betreib nicht zulassen. Eine Situation, die für viele schwer auszuhalten ist. Jetzt wenden sich die Betreiber an den Oberbürgermeister.

„Es reicht!“ - Mainzer Clubbetreiber wenden sich an OB Ebling

„Es reicht“, finden die Mainzer Clubbetreiber. Wegen der aktuellen Corona-Situation, aber auch weil die neuen Regeln kaum umsetzbar seien, haben viele von ihnen ihre Türen bereits wieder geschlossen (wir berichteten). Eine Situation, die Verzweiflung, Angst und Unsicherheit auslöst. Am Mittwochabend haben sich die Betreiber von 14 Clubs und Bars deshalb mit dem Nachtkulturbeauftragten der Stadt Mainz Timo Filtzinger getroffen und konkrete Forderungen an den Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) formuliert. Welche das sind, erzählt Filtzinger am Donnerstagvormittag im Merkurist-Gespräch.

Vergnügungssteuer abschaffen oder senken

„Die wohl größte Forderung ist, dass die Vergnügungssteuer in Mainz abgeschafft oder zumindest herabgesetzt wird“, erklärt der Nachtkulturbeauftragte. Die Steuer wird nach dem auf der Eintrittskarte angegebenen Preis und der Zahl der ausgegebenen Eintrittskarten berechnet. In Mainz beträgt der Steuersatz derzeit 20 Prozent des Eintrittspreises oder Entgelts. Das treibt die Preise in die Höhe. „Gerade im Moment und gerade in Mainz - wir hatten ja einen kleinen Geldsegen - ist die Steuer einfach nicht mehr angebracht“, sagt Filtzinger. Das Thema sei in Mainz schon oft diskutiert worden, geändert habe sich aber nichts. Die Betreiber hoffen, dass die Stadt ihre Entscheidung jetzt noch einmal überdenkt.

Kein unausgesprochener Lockdown für Clubs

„Die Verordnung ist eigentlich ein unausgesprochener Lockdown für Clubs weil die Regeln einfach nicht umsetzbar sind“, sagt Filtzinger. Das sei für die Betreiber eine schwierige Situation. „Sie wünschen sich Sicherheit. Also lieber die klare Aussage, dass Clubs zumachen müssen. Denn dann haben sie Planungssicherheit für die nächsten Wochen“, so Filtzinger. Dazu bräuchten sie aber auch erneut finanzielle Hilfen wie im letzten Winter.

Vertreter der Branche bei neuen Verordnungen einbeziehen

Damit einher geht auch die Forderung, dass ein Vertreter aus der Gastronomie oder der Clubbranche mit einbezogen werden soll, wenn über neue Verordnungen entschieden wird. „Dieser Vertreter könnte sagen, ob die Regeln umsetzbar sind und welche Auswirkungen sie haben. Dann könnte man wie in diesem Fall beispielsweise den Lockdown empfehlen.“ Clubs sollten zudem in den neuen Verordnungen als einzelne Kategorie genannt werden, da die Situation dort nicht mit Restaurants vergleichbar sei.

Bessere Absprachen mit dem Ordnungsamt

Eine weitere Forderung richtet sich an das Ordnungsamt. Häufig würden sich aus neuen Verordnungen Spielräume ergeben, die jeder anders verstehen könne. „Wenn eine Verordnung rauskommt, sollte eine Handlungsanweisung vom Ordnungsamt herausgegeben werden, damit jeder weiß, an was er sich halten muss“, erklärt Filtzinger. Damit Situationen wie vor Kurzem bei Kontrollen in Mombach nicht entstehen (wir berichteten), sollten zuvor alle Fragen geklärt werden.

Filtzinger selbst steht zu 100 Prozent hinter den Forderungen der Clubbetreiber, sagt er. Clubs und Gastronomie seien in der Vergangenheit oft die Leidtragenden gewesen, obwohl sich die allermeisten immer an die Regeln hielten. Er habe den Betreibern im Gespräch auch noch einmal ans Herz gelegt zu schließen. „Zum einen, weil es aktuell einfach richtig ist. Und zum anderen, weil die Regeln einfach nicht umsetzbar sind. Kein Clubbetreiber kann dafür haften und garantieren, dass sich jeder Gast auf der Tanzfläche daran hält, seine Maske zu tragen.“ Die gesammelten Forderungen wird er jetzt an Oberbürgermeister Ebling, der nicht selbst an dem Treffen teilnehmen konnte, und das Ordnungsamt weitergeben.

Bei dem Treffen im Roxy am Mittwochabend waren die Betreiber von folgenden Clubs und Bars vor Ort: Roxy, KUZ, Schon Schön, Dorett Bar, Caveau, Alexander The Great, Gutleut, Altes Postlager, Comodo Bar, Bellini Club, Pyramide Mainz, Roof175, Daisy Bar und Der große Gatsby.

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