Wo stehen in Mainz „Fairteiler“?

Zu viele Nudeln gekocht, beim Großeinkauf die anstehende Urlaubsreise vergessen, oder einfach nur Essen übrig? Keiner muss Lebensmittel wegwerfen: Es geht auch anders und nachhaltiger.

Wo stehen in Mainz „Fairteiler“?

Besonders jetzt zur Weihnachtszeit ist Teilen und Helfen ein großes Thema. Die Mitglieder der Mainzer Foodsharing-Szene setzen sich jedoch das ganze Jahr über aktiv gegen Lebensmittelverschwendung ein. Die Mitglieder tauschen sich in der Facebook-Gruppe „Foodsharing Mainz“ aus: Hier können entweder eigene überschüssige Lebensmittel angeboten werden oder gezielt nach bestimmten Lebensmitteln gesucht werden. Dabei werden die Lebensmittel unentgeltlich weitergegeben - also verschenkt oder getauscht.

„Fairteiler“

Die überschüssigen Lebensmittel können einerseits direkt beim Anbieter zuhause abgeholt werden. Manche haben allerdings große Mengen abzugeben oder möchten die Lebensmittel schnell loswerden, sie aber nicht wegwerfen. Hier kommen „Fairteiler“ ins Spiel. Dabei handelt es sich um kleine Abholstationen, in denen die Lebensmittel zwischengelagert werden und von jedem abgeholt werden können. Die Schränke stehen an zentralen Stellen in einigen Mainzer Stadtteilen, zum Beispiel in:

  • Bretzenheim (Hochstraße 36)

  • Altstadt (Neutorstraße 10)

  • Neustadt (Bonifaziuskirche)

  • Mombach (Obere Bogenstraße 22)

  • Kostheim (Bischofsheimer Straße)

  • Oberstadt (Berliner Straße 39a)

Alle „Fairteiler“ werden von einem Verein oder Privatpersonen betreut und täglich gereinigt. Es dürfen keine leicht verderblichen und kühlbedürftigen Lebensmittel in den „Fairteilern“ gelagert werden - optimal sind stattdessen zum Beispiel Backwaren, Gemüse, Obst, Konserven und Süßwaren.

Szene wächst immer weiter

Urs Schmincke ist Mitbegründer der Mainzer „Foodsharing“-Bewegung, die seit 2013 besteht, und aktiver Foodsaver. Ihm zufolge hat die „Foodsharing“-Bewegung in Mainz regen Zulauf und wächst stetig weiter: „Im Moment sind es über 400 aktive Personen.“ Die Facebook-Gruppe zählt mehr als 10.000 Mitglieder. „In Mainz haben wir momentan über 60 Kooperationspartner, bei denen Foodsaver Lebensmittel abholen- dazu zählen zum Beispiel Supermärkte, Pizzerien, Bäckereien und Mensen.“

Eines ist ihm besonders wichtig: „ Ich möchte betonen, dass beim Foodsharing nicht der Bedürftigkeitsaspekt ausschlaggebend ist - das unterscheidet uns von Hilfsangeboten wie der Tafel.“ Foodsharing ist laut ihm für jeden gemacht, im Vordergrund steht der Nachhaltigkeitsgedanke. Konkret: Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu bewahren.

Wie kann man selbst aktiv werden?

Wer sich selbst engagieren möchte, kann in die oben genannte Facebook-Gruppe eintreten und privat überschüssige Lebensmittel anbieten oder abholen. Alle, die sich noch darüber hinaus für Lebensmittelrettung einsetzen möchten, können sich auf der offiziellen Seite als Foodsaver registrieren. Zuerst muss hier ein Quiz beantwortet werden, in dem die zu beachtenden Regeln abgefragt werden. Danach müssen drei Einführungsveranstaltungen in lokalen Partnerbetrieben absolviert werden, in dem unter anderem die Abholtreffen und Abläufe erklärt werden. Anschließend kann der jetzt offiziell registrierte Foodsaver sich online in Zeitslots eintragen, in denen er in Betrieben in seiner Nähe Lebensmittel abholen möchte. Das passiert auf freiwilliger Basis. Jeder kann so viel Zeit investieren, wie er möchte. (df)

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