Es wird kalt: Flutopfer suchen Wohnungen in Mainz und Rheinhessen

Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal wohnen viele Menschen in ihren noch beschädigten Häusern, oft ohne funktionierende Energieversorgung. Für die kalte Jahreszeit werden nun dringend Ferienwohnungen gesucht - auch in Mainz.

Es wird kalt: Flutopfer suchen Wohnungen in Mainz und Rheinhessen

Zwei Monate sind seit der Flutkatastrophe im Ahrtal vergangen. Zahllose Helfer waren vor Ort, um beim Aufräumen zu unterstützen, Wohnungen leerzuräumen und zu säubern. Etliche Menschen wohnen jedoch weiterhin in ihren noch immer beschädigten Häusern. Nun steht die kalte Jahreszeit bevor, und in vielen Orten funktionieren auch die Heizungen noch nicht.

Auch Anbieter aus Mainz dabei

„In einigen Gebieten im Ahrtal kann die Energieversorgung nicht wieder vollumfänglich sichergestellt werden, ein Anschluss an das Erdgasnetz wird nicht überall bis zum Winter möglich sein“, erklärt Berthold Steffens von der Pressestelle der Rheinhessen-Touristik GmbH. Zahlreiche Wohnungen und Häuser würden in der kälteren Jahreszeit ohne Wärmeversorgung bleiben. Nun werden dringend Unterkünfte gesucht, Ferienhäuser oder -wohnungen etwa, um „den betroffenen Menschen eine gute und sichere Unterkunft zu bieten“, so Steffens. 35 Anbieter aus Rheinhessen hätten sich auf den Aufruf hin bereits gemeldet, sieben davon aus Mainz.

Einer von ihnen ist das Atrium Hotel in Finthen. Seit einigen Wochen bietet Hoteldirektor Lutz Frey Menschen aus dem Ahrtal an, hier zu wohnen. Sie wollen „mit Mitteln, die uns zur Verfügung stehen“, helfen, sagt Frey. „Vielen Menschen ist der Wohnraum genommen worden, hier bieten sich Hotelzimmer natürlich an, um zumindest kurzfristig zu überbrücken.“ Außerdem seien die Langzeit-Apartments des Hotels ideal für ein Wohnen auf Zeit.

Im Rahmen der Hilfsaktion „Kollegen helfen Kollegen“ der Mainzer Gastronomen konnten drei Familien aus dem Ahrtal in Finthen unterkommen, eine weitere Anfrage hat Frey für die erste Oktoberwoche erhalten: eine Familie, die „Abstand von der schlimmen Katastrophe nehmen und uns zum Entspannen besuchen möchte.“

„Idealerweise zu günstigeren Konditionen“

Bezahlen muss die Familie ihren Aufenthalt allerdings selbst - 49 Euro pro Person, Frühstück, Abendessen, Schwimmbadbesuch sind im Preis mit inbegriffen. „Hier gibt es aber immer Spielraum, auf besondere Wünsche und Bedürfnisse einzugehen“, so Frey.

„Idealerweise zu günstigeren Konditionen“ sollten die Unterkunftsbetriebe den geschädigten Bürgern aus dem Flutgebiet oder Helfern ihre Wohnungen oder Zimmer für einen längeren Zeitraum anbieten, heißt es von Seiten des Tourismusnetzwerks Rheinland-Pfalz. Die Rheinland-Pfalz-Touristik, die regionalen Tourismusorganisation und das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau haben eine Datenbank aufgebaut, bei der sich Anbieter registrieren können.

„Der Gast, also der Betroffene der Flutkatastrophe, zahlt den mit dem Vermieter vereinbarten Preis für seinen Aufenthalt selbst an den Vermieter“, sagt auch Berthold Steffens von Rheinhessen Touristik. Allerdings könne dieser jeweils prüfen, ob eine Versicherung, etwa die Hausrat, für die Kosten aufkomme. Außerdem könnten eventuelle Sonderkonditionen zwischen den Betroffenen und dem jeweiligen Gastgeber auf Anfrage individuell abgestimmt werden.

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