Warum nachts Propellerflugzeuge über Mainz flogen

Wegen der Corona-Krise bleiben derzeit viele Flugzeuge am Boden - doch warum gab es in den vergangenen Nächten viel Fluglärm?

Warum nachts Propellerflugzeuge über Mainz flogen

Eigentlich können die Mainzer derzeit wenigstens in einer Sache aufatmen: Wegen der Corona-Krise hat der Fluglärm abgenommen, viele Flugzeuge bleiben am Boden. Für Verwunderung sorgte aber nun nächtlicher Fluglärm, wie auch einige Merkurist-Leser bemerkten. Was hat es damit auf sich?

Die Antwort liefert die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS): Von Donnerstag, 19. März, bis Sonntag, 22. März, wurde nämlich das Instrumentenlandesystem am Frankfurter Flughafen vermessen. Zwischen 23 und 3 Uhr fliegt dann ein spezielles Messflugzeug über die Region und prüft, ob die Signale der Landebahnen präzise genug senden. Dazu muss das Kleinflugzeug, ein Turbo-Prop-Flugzeug vom Typ Beechcraft Super King Air 350, immer wieder die Landebahn anfliegen, auch mal durchstarten - und das sowohl von Osten als auch Westen aus.

Die Vermessung ist notwendig, um das Instrumentenlandesystem regelmäßig auf die korrekte Funktionsweise zu überprüfen. Es unterstützt den Piloten bei der Navigation während des Anflugs auf den Flughafen. Dazu sind Sender im Boden verbaut, die den Anflugkurs definieren. Deren Signale werden im Cockpit angezeigt. Gerade bei schlechter Sicht ist das wichtig.

Die Messungen müssen laut DFS aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens nachts stattfinden. In den vergangenen Nächten wurden so die Signale an der Nordwest-Landebahn und der Südbahn überprüft. „Die Maschine wird grundsätzlich und soweit es die vorgegebenen Flugprofile erlauben, Überflüge von Ortschaften vermeiden“, so die DFS. Dass das nicht immer gelingt, zeigt auch die Vergangenheit: Im Oktober 2019 war das Flugzeug zum Beispiel über Laubenheim deutlich zu hören (wir berichteten). Übrigens: Es kann sein, dass es an einem der beiden nächsten Wochenenden ebenfalls zu erhöhtem Fluglärm kommt. Sollte es nämlich zu technischen oder witterungsbedingten Verzögerungen gekommen sein, müssten die Vermessungsflüge an einem späteren Ersatztermin fortgeführt werden. „Dieser Zeitraum läge dann zwischen dem 27. bis 29. März oder 3. bis 5. April“, so die DFS. (pk)

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