Warum ein Flugzeug nachts über Laubenheim kreiste

Dass tagsüber Flugzeuge über Mainz unterwegs sind, ist allein wegen der Nähe zum Frankfurter Flughafen keine Besonderheit. Aber nachts trotz Nachtflugverbot?

Warum ein Flugzeug nachts über Laubenheim kreiste

Es ist Mitternacht. Eigentlich eine Zeit, in der Fluglärm keine Rolle spielen dürfte. Doch in der Nacht auf Samstag machte Merkurist-Leser Peter in Laubenheim eine andere Erfahrung. Um 0 Uhr hörte er die lauten Triebwerke einer Maschine. Eine Dreiviertelstunde lang war der Lärm immer wieder hörbar. Doch warum?

Die Antwort hat Christian Hoppe, Pressesprecher der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS). „Alle paar Wochen werden Vermessungsflüge durchgeführt.“ In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde das Instrumente-Landesystem auf der Südbahn des Frankfurter Flughafens vermessen. Dazu müssen die Kleinflugzeuge immer wieder die Landebahn anfliegen, auch mal durchstarten. Das ist auch der Grund, warum das Flugzeug über Laubenheim deutlich zu hören war, da es über den Stadtteil hinweg mehrfach die Landebahn anflog. „Das Flugzeug musste mehrfach die Südbahn anfliegen, damit es die korrekten Werte ermitteln konnte.“

Die Vermessung ist notwendig, um das Instrumentenlandesystem regelmäßig auf die korrekte Funktionsweise zu überprüfen. Es unterstützt den Piloten bei der Navigation während des Anflugs auf den Flughafen. Dazu sind Sender im Boden verbaut, die den Anflugkurs definieren. Deren Signale werden im Cockpit angezeigt. Gerade bei schlechter Sicht ist das wichtig.

Die Vermessungsflüge finden laut Hoppe etwa alle drei bis fünf Monate statt. „In Frankfurt haben wir beispielsweise vier Landebahnen, da müssen wir das mehrfach machen.“ Darüber werde auch immer per Pressemitteilung und auf der Webseite informiert, so der DFS-Sprecher abschließend. (js)

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