Nach Moria-Bränden: Weitere Versammlung unter dem Motto „Wir haben Platz“

Mehrere Hundert Teilnehmer

Nach Moria-Bränden: Weitere Versammlung unter dem Motto „Wir haben Platz“

„Moria evakuieren! Wir Haben Platz!“: Das haben die Veranstalter und Teilnehmer einer Versammlung gefordert, die am Samstagnachmittag auf dem Schillerplatz stattfand. Wie auch schon bei einer Kundgebung vor zwei Wochen (wir berichteten), wollten die Teilnehmer auf die Situation der Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos aufmerksam machen.

Dafür versammelten sich auf dem Schillerplatz etwa 480 Personen, wie die Polizei auf Merkurist-Anfrage mitteilt. Die Veranstaltung sei friedlich und ohne besondere Vorkommnisse verlaufen. Laut Polizei haben sich zudem alle Teilnehmer an die Abstandsregeln, sowie die Maskenpflicht gehalten. Die Demonstration mit anschließendem Zug durch die Innenstadt sei gegen 20:15 Uhr beendet gewesen.

Auch die Veranstalter sind mit dem Verlauf der Kundgebung zufrieden. Der Pressesprecher Moritz Lienenlüke von „wirhabenplatz.mainz“ erklärt: „Während der Kundgebung am Schillerplatz sind sowohl Stimmen aus Mainz, als auch Ersthelfer und Ersthelferinnen, die auf Lesbos vor Ort sind, gehört worden. Die Reaktion des Publikums war positiv und eindeutig: Den Menschen auf Lesbos muss geholfen werden! Nicht morgen sondern jetzt!“ Vom Schillerplatz aus seien die Teilnehmer weiter durch die Innenstadt gezogen. Er sagt abschließend: „Die Demo klang friedlich, wie sie begonnen hatte, aus. Für uns war die Demonstration ein voller Erfolg.“

Dazu aufgerufen hatten „Aktiv für Flüchtlinge Rheinland-Pfalz“, „Armut und Gesundheit in Deutschland“, „attac Mainz“ und weitere Gruppierungen. Sie forderten unter anderem die „sofortige Evakuierung des Lagers Moria und aller Lager“, die „Erarbeitung eines Aufnahmeprogramms des Landes Rheinland-Pfalz“ und eine „Bereiterklärung der Stadt Mainz, Geflüchtete aufzunehmen“.

Hintergrund

Nach den schweren Bränden im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist das Lager größtenteils zerstört. Über die schwierige Situation vor Ort berichtete in dieser Woche auch der Mainzer Arzt Gerhard Trabert (wir berichteten). Er appellierte an die Politik und fordert die Evakuierung der Menschen: „Das ist die einzig richtige Lösung. Sie müssen aus dieser Hölle hier herauskommen.“ (ms)

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