Kampagne gegen sexuelle Belästigung

Die Freibadsaison hat begonnen. Doch beim Schwimmen und Sonnenbaden kommt es auch immer wieder zu Fällen von Belästigung. Die Stadt Mainz und das Frauenbüro starten jetzt mit einer neuen Kampagne in die Badesaison.

Kampagne gegen sexuelle Belästigung

Der Sommer hat begonnen und es zieht viele Mainzer in die öffentlichen Schwimmbäder. Doch wo nackte Haut gezeigt wird, kommt es auch immer wieder zu Fällen von sexueller Belästigung. Die Stadt Mainz hat daher zusammen mit dem Frauenbüro, dem Frauennotruf und der Kriminalpolizei eine Kampagne gegen alle Formen von Belästigung ins Leben gerufen. Diese wird von dem Mombacher Schwimmbad und dem Taubertsbergbad unterstützt. Sie trägt den einprägsamen Namen „Flossen weg!“.

Drei klare Botschaften

„Gewalt und Übergriffe jeglicher Art werden bei uns nicht geduldet“, so Martina Trojanowski vom Frauenbüro Mainz. Jeder, der andere belästige, habe mit Konsequenzen zu rechnen. Zudem erhielten Betroffene vor Ort Hilfe und Unterstützung. Es ginge konkret um ein Sicherheitsgefühl, das den Frauen auch in öffentlichen Schwimmbädern vermittelt werden soll, so Eva Jochmann vom Frauennotruf Mainz.

Die Hoffnung ruhe unter anderem auf den Postern, Flyern und Aufklebern, die in dieser Badesaison in den Schwimmbädern ausgehängt werden - denn das trage zum Sicherheitsgefühl der Frauen und Kinder bei. „Und ich hoffe sehr, dass durch die Plakate, Flyer und Aufkleber sich alle beobachtet fühlen und vielleicht auch nochmal überlegen, ob sie es wagen jemanden zu belästigen“, erklärt Jochmann. Anstoß zu dieser Kampagne haben die Geschehnisse der Kölner Neujahrsnacht 2015/16 gegeben, sagt Torsten Traxel, Leiter des Mombacher Schwimmbads.

Besondere Schulungen

Zur Sensibilisierung der Schwimmbad-Mitarbeiter habe es spezielle Schulungen zum Thema Belästigung seitens der Polizei und des Frauennotrufs Mainz gegeben, erklärt Eva Weickart, Leiterin des Mainzer Frauenbüros. „Uns war es wichtig, die rechtliche Seite aufzuzeigen. Welche Straftaten da begangen werden, weil auch vieles einfach nicht bekannt ist. Und den Mitarbeitern zu zeigen, welche Möglichkeiten sie selbst haben, wenn sie irgendetwas feststellen und wie man sich da am Besten verhält“, so Susanne von Essen von der Mainzer Polizei. So haben die Schwimmbad-Mitarbeiter beispielsweise die Möglichkeit, Täter festzuhalten bis die Polizei eintreffe.

Was erwartet „Belästiger“?

Der Grundsatz für Schwimmbad-Mitarbeiter sei: „Wenn ein Übergriff stattfindet - immer Polizei und immer Hausverbot. Weil solche Menschen wollen wir nicht im Bad haben. Auf die legen wir keinen Wert“, so Traxel. Das Hausverbot könne bis zu einem Jahr gelten. Je nach Schwere der Straftat und Uneinsichtigkeit des Täters werde die Polizei Maßnahmen ergreifen. „Das fängt mit der Identitätsfeststellung an, das geht weiter mit der Durchsuchung der Person und der Sicherstellung von Gegenständen, beispielsweise Handys. Es kann auch sein, dass wir die Person in Gewahrsam nehmen oder festnehmen, wenn ein Haftbefehl vorliegt“, erklärt Benedikt Kraft von der Polizei Mainz.

Das Konzept „Flossen weg!“

Thema und Design der Kampagne „Flossen weg!“ entstanden bereits 2016. Es war ein Projekt der Gleichstellungsstelle Recklinghausen in Zusammenarbeit mit einer Schulklasse des Max-Born-Berufskollegs Recklinghausen. Das Konzept der Kampagne wurde der Stadt Mainz Anfang 2019 zur Verfügung gestellt. Ein zukünftiges Ziel könne sein, die Kampagne auch in den Mainzer Saunen umzusetzen. Diese Ausweitung der Kampagne bliebe aber abzuwarten, je nachdem wie sie sich in den Schwimmbädern durchsetze, so Trojanowski.

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