Sparkasse Mainz verändert Geschäftsstruktur

Bei der Mainzer Sparkasse gibt es 2018 einige Neuerungen. Um das Beratungsangebot größer zu machen, werden fünf Standorte ausgebaut. Als nächstes steht ein Umbau am Münsterplatz an.

Sparkasse Mainz verändert Geschäftsstruktur

Umschulungen, Umbau in der Münsterstraße, modernere Bankautomaten: Bei der Sparkasse Mainz steht eine der große Veränderung an. Denn das Finanzunternehmen möchte sich umstrukturieren. So soll es mehr Beratungsangebote und dafür kürzere Servicezeiten geben, wobei fünf Standorte besonders ausgebaut werden. Auch die Räume der Beratungscentren werden sich dadurch optisch verändern – genauso wie der Dresscode der Mitarbeiter.

„Wir sind an einem Punkt in der Finanzbranche angelangt, an dem wir zum ersten Mal grundsätzlich unser Geschäftsmodell hinterfragen müssen“, sagt Thorsten Mühl, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mainz. „Wir müssen Kundennähe heute neu definieren.“ Denn während die Kunden immer mehr Beratung zu konkreten Themen wie Altersvorsorge oder Finanzplänen suchten, sinke die Nachfrage nach Servicekräften, die etwa am Schalter bei einer Überweisung auf Papier helfen. „Solche Dinge werden immer stärker online oder mobil vom Smartphone aus erledigt“, sagt Michael Weil, Vorstand der Sparkasse Mainz.

Interne Umschulungen

Um nun der Nachfrage entsprechend mehr Beratungsgespräche anbieten zu können, will die Sparkasse Service-Mitarbeiter umschulen. „Wir werden das vollständig mit eigenen Mitarbeitern abdecken, die wir weitgehend intern weiterqualifizieren“, sagt Mühl. Rund ein Drittel aller Mitarbeiter in Service- und Beratungsteams werden nun in insgesamt über 1400 Seminarstunden auf ein neues Berufsprofil weiterqualifiziert.

Dafür werden sich die Servicezeiten verkürzen. „Das bedeutet aber nicht, dass wir Personal aus Filialen abziehen. In den Beratungscentern werden wir im Gegenteil sogar das Personal aufstocken“, sagt Weil. Von den insgesamt 47 Standorten sind fünf Beratungscenter, 16 Filialen und 26 Selbstbedienungs-Stellen. Daran werde sich nichts ändern: „Wo unser Standort bisher mit Personal besetzt war, wird es auch weiterhin so sein.“

Umbau in der Geschäftsstelle Münsterplatz

Im Sommer wird sich dennoch deutlich sichtbar etwas tun. Und zwar im Beratungscenter am Münsterplatz: „Mitte bis Ende August werden wir sie umbauen“, sagt Weil. Neue Beratungszimmer mit Zugriff auf neue Medien werden eingerichtet und die Kunden werden optisch stärker darauf hingewiesen, wo sie vor Ort Beratungs- und wo Serviceangebote finden. Denn der Standort am Münsterplatz ist einer von fünf, die nach und nach als Beratungscentren verstärkt ausgebaut werden sollen. Vorbild ist das Beratungscentrum Oppenheim, das 2016 eröffnet wurde. „Es wurde nach modernsten Ideen erstellt, so ähnlich wollen wir unsere anderen Beratungscentren gestalten“, so Weil.

Außerdem sollen mehr moderne Bankautomaten aufgestellt werden, an denen Kunden nicht nur Geld abheben, sondern auch einzahlen können. „Das ist auch nachhaltiger: Dadurch, dass viele Kunden dann das Geld abheben, das ein anderer zuvor eingezahlt hat, benötigen wir weniger Geldtransporte“, sagt Weil. Bisher sind von diesen „Cash Recyclern“ fünf bei der Sparkasse im Einsatz, allein in den nächsten 18 Monaten sollen 15 weitere eingerichtet werden.

Auch der Dresscode unter den Mitarbeitern wurde aufgelockert. „Es gibt noch gewisse Spielregeln, aber die Mitarbeiter können sich trotzdem sehr individuell zeigen“, sagt Mühl. Insgesamt investiere die Sparkasse Mainz nun einen siebenstelligen Betrag in Umbau, Technikausbau und Schulungen. Bei der Umstrukturierung sollen aber alle Kundengruppen berücksichtigt werden: „Wir werden immer noch als Sparkasse erkennbar sein“, sagt Weil.

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