Die FDP-Stadtratsfraktion fordert mehr Transparenz bei der Sanierung des Mainzer Gutenberg-Museums. In einer Anfrage an die Stadtverwaltung verlangt sie „Haushaltsklarheit und Steuerungstransparenz“ für das millionenschwere Projekt. Die Antwort der Stadt liegt nun vor und zeigt, dass bei den Kosten und der Finanzierung noch viele Punkte ungeklärt sind.
Kosten bei über 105 Millionen Euro
Wie aus der Antwort der Stadtverwaltung hervorgeht, belaufen sich die veranschlagten Baukosten für die Sanierung und den Neubau derzeit auf rund 89,9 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere 15 Millionen Euro für die Szenografie, also die Gestaltung der Ausstellungsräume. Damit liegen die geschätzten Gesamtkosten bereits jetzt bei knapp 105 Millionen Euro.
Endgültig ist diese Summe allerdings noch nicht. Die Stadt betont, dass die Kostenermittlung noch nicht abgeschlossen ist und weitere Ausgaben für die Ausstattung noch nicht beziffert wurden. Die genaue Kostenberechnung soll erst nach Abschluss der aktuellen Planungsphase vorliegen.
Fördergelder beantragt, aber noch nicht bewilligt
Um den städtischen Haushalt zu entlasten, setzt die Verwaltung auf Fördergelder von Bund und Land. Geplant ist ein Zuschuss des Landes Rheinland-Pfalz in Höhe von 20 bis 25 Millionen Euro. Zudem wurden Bundesmittel in Höhe von rund 7,4 Millionen Euro für die Szenografie und etwa 1,03 Millionen Euro für die Sanierung des denkmalgeschützten „Hotel Schwans“ am Liebfrauenplatz beantragt. Es soll künftig Teil des Gutenberg-Museums werden.
Zusammengerechnet belaufen sich die in Aussicht gestellten und beantragten Fördergelder auf rund 28,5 Millionen Euro. Das entspricht bei den aktuellen Kosten einer Förderquote von etwa 27 Prozent. Allerdings ist noch keiner dieser Anträge final bewilligt. Zusätzlich prüft die Stadt, einen vergünstigten Kredit bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) aufzunehmen.
FDP warnt vor Finanzierungsrisiken
Sollten die beantragten Fördergelder nicht oder nur teilweise fließen, müsste die Stadt laut eigener Aussage alternative Finanzierungen prüfen. Dies könnte zu einer Anpassung des Projektumfangs oder einer zeitlichen Verzögerung führen. Genau diese Unsicherheit kritisiert die FDP. Sie fordert eine lückenlose Aufklärung über die Finanzierungsstruktur und die bestehenden Risiken.
Die Stadtverwaltung kündigte an, die zuständigen Gremien regelmäßig über neue „Meilensteine“ zu informieren. Wie die verbleibende Finanzierungslücke geschlossen werden soll, lässt die Antwort jedoch offen. Derzeit würden weitere Fördermöglichkeiten geprüft.