Rote Zahlen bei Mainzer Bürgerhäusern: Das sind die Gründe

Die Mainzer Bürgerhäuser machen jährlich ein hohes Defizit. Eine Anfrage zeigt nun: die Auslastung ist gering.

Rote Zahlen bei Mainzer Bürgerhäusern: Das sind die Gründe

Trotz umfangreicher Sanierungen schreiben die Mainzer Bürgerhäuser (MBH) weiterhin tiefrote Zahlen. In den Jahren 2023 und 2024 belief sich der Jahresfehlbetrag auf jeweils rund 1,2 Millionen Euro, den die Stadt ausgleicht. Eine Anfrage der FDP-Stadtratsfraktion bringt nun neue Details zur Auslastung und den Gründen für das Defizit ans Licht. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, lag die durchschnittliche Auslastung der Veranstaltungsräume im Jahr 2025 standortübergreifend bei nur rund 26 Prozent.

Die Zahlen unterscheiden sich je nach Standort erheblich. Während das Kulturheim Weisenau mit rund 37 Prozent die höchste Auslastung verzeichnete, gefolgt vom Bürgerhaus Finthen mit 29 Prozent, bildete das Bürgerhaus Hechtsheim mit nur 18 Prozent das Schlusslicht. Das erst im September 2025 nach seiner Sanierung wiedereröffnete Bürgerhaus auf dem Lerchenberg erreichte eine Quote von 23 Prozent. Eine genauere Betrachtung zeigt zudem, dass vor allem die großen Säle mit 54,5 Prozent gut gebucht sind, während die kleineren Räume mit 19,2 Prozent deutlich seltener genutzt werden.

Hohe Rabatte für Vereine als Hauptgrund

Einen pauschalen Wert, ab welcher Auslastung die Bürgerhäuser kostendeckend arbeiten könnten, nennt die Verwaltung nicht. Das Ergebnis hänge stark von der Art der Veranstaltung und den gebuchten Zusatzleistungen ab. Ziel sei es, den Verlust schrittweise zu reduzieren und langfristig die Verfügbarkeit der Räume für soziale und kulturelle Zwecke in den Stadtteilen zu sichern.

Ein wesentlicher Grund für das wirtschaftliche Minus sind laut der Stadt die bewusst gewährten Rabatte für Vereine. Diese seien politisch gewollt, um das soziale und kulturelle Leben zu fördern. Rechnerisch würde sich das Ergebnis ohne diese Subventionen um rund 50 Prozent verbessern. Gleichzeitig befürchtet die Verwaltung, dass eine Preiserhöhung zu einem Rückgang der Buchungen führen könnte, obwohl die Räume im regionalen Vergleich bereits als sehr günstig gelten würden.

Stadt sieht kaum direkten Handlungsspielraum

Auf die Preisgestaltung der Mainzer Bürgerhäuser kann die Stadt nach eigenen Angaben keinen direkten Einfluss nehmen. Da die MBH als GmbH privatrechtlich organisiert ist, liegt die Verantwortung für die Preise bei der Gesellschaft selbst. Entscheidungen über eine stärkere Subventionierung von Vereinen aus dem städtischen Haushalt müssten die zuständigen politischen Gremien beraten.