And the "Mainzer Rad" goes to...

Am Sonntagabend hat das diesjährige FILMZ - Festival mit der Bekanntgabe der Sieger geendet. Für ihren Beitrag "Ma Folie" wurde die Regisseurin Andrina Mračnikar mit dem "Mainzer Rad" für den besten Spielfilm ausgezeichnet.

And the "Mainzer Rad" goes to...

Zum letzten Mal in diesem Jahr lag am Sonntagabend der für das FILMZ-Festival charakteristische gelbe Teppich im Foyer des Capitol Kinos. Mit der Bekanntgabe der Siegerbeiträge aus den verschiedenen Kategorien ging das Festival des deutschen Kinos 2015 zu Ende.

Von Dienstag bis Sonntag boten die Ausrichter von Brainstream e. V. den Besuchern zahlreiche Veranstaltungen und Filmvorführungen. Im Mittelpunkt standen dieses Jahr die Themen "Flüchtlinge" und - unter dem Motto "Frauen. Macht. Filme“ - die Rolle der Frau vor und hinter der Kamera. Das Besondere am FILMZ ist die Tatsache, dass das Publikum den Sieger wählt. Nach jedem Film hatten die Zuschauer die Möglichkeit, ihn via Stimmkarte zu bewerten.

Dopplesieg beim Drehbuchpitching

Der einzige FILMZ-Wettbewerb, bei dem neben dem Publikum auch eine Jury entscheidet, ist das sogenannte Drehbuchpitching. Dabei hatten die vier Teilnehmer jeweils zehn Minuten Zeit, ihr Drehbuch vorzustellen (pitchen) und die Zuschauer von ihrer Idee zu überzeugen. Dabei hatten die Künstler die Chance, bei einem Sieg gleich zwei Preise zu gewinnen: zum einen den mit 300 Euro dotierten Jurypreis, dessen Gewinner von Filmproduzent Tidi von Tiedemann, dem Drehbuchautor Stephan Falk und ZDF-Redakteurin Lucia Haslauer gekürt wurde und zum andern den mit 250 Euro dotierten Publikumspreis. In diesem Jahr entschieden Zuschauer und Jury erstmals einstimmig. Entsprechend überrascht zeigte sich der Gewinner Michael Schwarz, als er erfuhr, dass sein Beitrag "Der Champion von Palästina“ beide Preise gewonnen hatte.

Von Mittwoch bis Samstag liefen im Capitol zudem insgesamt zwölf Beiträge der Kategorie "Mitellang“, bei denen die Laufzeit zwischen 20 und 69 Minuten beträgt. Aus diesen wählte das Publikum “Sadakat“ zum Sieger. Der Film von Regisseur Ilker Çatak wurde bereits mit dem Studenten-Oscar ausgezeichnet und zeigt, wie schnell die Entscheidung zwischen Freiheit und Sicherheit einen Riss durch die Gesellschaft treiben kann. Produzentin Alexandra Staib, die den mit 750 Euro dotierten Preis stellvertretend entgegennahm, wies auf die Aktualität des Themas hin und bedankte sich für die Auszeichnung.

Als bester Dokumentarfilm setzte sich "Mr. Wood“ gegen sechs weitere Beiträge durch. Regisseur Christoph Eder konnte den mit 800 Euro dotierten Preis nicht persönlich entgegennehmen, schickte den Zuschauern im Capitol aber eine Videobotschaft.

In der Kategorie "Spielfilm“ gingen in diesem Jahr neun Beiträge ins Rennen, die jeweils an zwei Terminen aufgeführt wurden. Ein Vater-Sohn-Drama, eine Improvisationskomödie und eine Krimigroteske sind nur drei Genres aus dem breiten Themenspektrum, das den Zuschauern geboten wurde. Mit "Ma Folie“, einer Liebesgeschichte, die sich zum Psychothriller entwickelt, gelang es der Regisseurin Andrina Mračnikar sich gegen die starke Konkurrenz durchzusetzen und neben dem "Mainzer Rad“ auch das Preisgeld von 1500 Euro zu gewinnen.

Das FILMZ betrachtet sich als Publikumsfestival und sowohl die Ausrichter als auch die Filmschaffenden betonten, dass der Austausch mit den Zuschauern ein wichtiger Teil des Programms sei. Als Dankeschön wurden aus den abgegebenen Stimmzetteln zwei Zuschauer ausgelost, die Freikarten für das FILMZ 2016 gewannen.

Sieger weiterer Kategorien

Außergewöhnliche Filme aus den Bereichen wie Experimental- oder Animationsfilm präsentierte die Kategorie "andersARTig“ zum mittlerweile fünften Mal. Anlässlich dieses Jubiläums wurde erstmalig auch in dieser Kategorie ein mit 150 Euro dotierter Preis verliehen. Aus den zehn Beiträgen wurde bereits am Mittwochabend der Animationsfilm „Chocolate Darwin“ von Patxi Aguirre und Kiana Naghshineh zum Sieger gekürt.

Am Freitagabend nahmen neun Beiträge mit jeweils bis zu 15 Minuten Dauer am "Kurzfilmwettbewerb“ teil und auch hier wurde der Sieger im Anschluss an die Vorführung bekannt gegeben. Hier gewann Tim Ellrich, dessen Sozialdrama „Die Ausgestoßenen“, mit sechs Minuten der kürzeste Beitrag war, den mit 500 Euro dotierten Preis.

Unter der Kategorie "Lokale Kurzfilme“ wurden am Samstagmittag Beiträge aus dem Rhein-Main-Gebiet gezeigt. Den Preis für den besten lokalen Kurzfilm und 300 Euro gewann Lenny Hellers „Mousa“, den das Publikum aus neun Beiträgen zum Sieger wählte.

Merkurist