Ein per App abgesetzter Notruf hat am Mittwochmittag in der Mainzer Neustadt für einen Feuerwehreinsatz gesorgt, der die Einsatzkräfte zunächst skeptisch machte. Das meldet die Feuerwehr Mainz.
Gegen 13 Uhr ging bei der Leitstelle über die Notruf-App „nora“ die Meldung über einen piepsenden Rauchmelder und Brandgeruch in einem Mehrfamilienhaus ein. Die Feuerwehrleute waren jedoch zunächst misstrauisch, da die hinterlegte Telefonnummer in der Vergangenheit bereits mehrfach für missbräuchliche Notrufe und Fehlalarme genutzt worden war.
Mehrere Versuche, die Person zurückzurufen, scheiterten. Als schließlich doch eine Verbindung zustande kam, hörten die Disponenten im Hintergrund eindeutig das laute Piepsen eines Rauchmelders. Daraufhin alarmierten sie sofort einen Löschzug und einen Rettungswagen zur angegebenen Adresse.
Dort bestätigte sich die Lage: In einer Wohnung war es tatsächlich zu einem Brand gekommen. Eine Bewohnerin hatte nach dem Kochen ein Holzbrett auf einer noch eingeschalteten Herdplatte vergessen, das daraufhin Feuer fing. Die Frau bemerkte den Brand glücklicherweise genau in dem Moment, als die Feuerwehr eintraf, und konnte die Gefahr selbst beseitigen. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.
Feuerwehr warnt vor Missbrauch von Notrufen
Der Einsatz verdeutlicht aus Sicht der Feuerwehr ein bekanntes Problem. Wiederholte Fehlalarme können die Bewertung echter Notlagen erschweren und im schlimmsten Fall zu Verzögerungen führen. Die Feuerwehr vergleicht das Prinzip mit der Fabel vom „Hirtenjungen und dem Wolf“: Wer wiederholt grundlos Alarm schlägt, riskiert, dass eine echte Gefahr später nicht mehr richtig eingeschätzt wird.
Dennoch betont die Feuerwehr, dass jeder Notruf ernst genommen wird. Sobald es konkrete Hinweise auf eine Gefahr gibt, rücken die Einsatzkräfte aus. Die Notruf-App „nora“ sei ein wichtiger Baustein, besonders für Menschen, die nicht telefonieren können. Der schnellste und effektivste Weg sei jedoch in der Regel der direkte Anruf bei der 112, da hier geschultes Personal durch Rückfragen die Lage besser einschätzen kann. Missbräuchliche Notrufe seien kein Kavaliersdelikt und könnten wertvolle Zeit im Ernstfall kosten.