Katastrophenalarm: Wie in Mainz künftig gewarnt werden soll

Großbrand, Gefahrstoffe oder Hochwasser: Bei einer Katastrophe gilt es, die Bevölkerung schnell zu warnen. In Mainz wird nun getestet, welche Systeme sich künftig am besten eignen könnten.

Katastrophenalarm: Wie in Mainz künftig gewarnt werden soll

55 Warnsirenen verteilen sich auf das Mainzer Stadtgebiet, vor allem in Industriegebieten, an Verkehrsachsen und entlang des Rheinufers. Doch die Technik ist veraltet, teilweise auf dem Stand der 1950er-Jahre. Nun sollen die alten Sirenen durch elektronische Anlagen ersetzt werden. Einen ersten Test dazu gab es am Donnerstag an der Grundschule im Mainzer Stadtteil Drais.

Die Grundschule in Drais befindet sich in zentraler Lage, zudem gibt es hier - wie in einigen anderen Stadtteilen - noch gar keine Warnsignale. „Jeder Bürger hat das Recht, bei einer Gefahr gewarnt zu werden“, so Martin Spehr, Leiter der Berufsfeuerwehr Mainz, während des Probedurchlaufs in Drais. Dreimal erklang das Signal: Um 10:54 Uhr gab es eine Entwarnung, um 11 Uhr die eigentliche „Warnung der Bevölkerung“, um 11:20 Uhr wurde wieder entwarnt. Diese Warnungen wurden zeitgleich an allen Mainzer Sirenen ausgelöst, gleichzeitig sollte es Mitteilungen über die Warn-Apps NINA und KatWarn geben (wir berichteten).

Per Knopfdruck ausgelöst

Künftig könne die Zahl der Sirenen von 55 auf 30 bis 40 reduziert werden, erklärte Spehr. „Die modernen Sirenen haben den Vorteil, dass sie sich anpassen und ausrichten lassen, je nach Wirkungsradius und Bebauung.“ Die Sirenen würden dann per Knopfdruck aus der Feuerwehrleitstelle ausgelöst werden, auch Durchsagen seien über die Lautsprecher möglich. Die alten Sirenen hingegen funktionieren elektromechanisch und erzeugen ihren Ton durch Schwingungen.

„Bei akuter Gefahr sind solche Sirenen sehr wichtig, weil man sie immer mitbekommt“ - Martin Spehr, Berufsfeuerwehr Mainz

„Bei akuter Gefahr sind solche Sirenen sehr wichtig, weil man sie immer mitbekommt“, so Spehr. So habe etwa die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal gezeigt, wie bedeutend es sei, dass Warnungen rechtzeitig ausgelöst werden. Warnungen über Smartphones könnten dabei eine gute Ergänzung sein, um konkrete Informationen weiterzugeben.

Dass die elektronischen Sirenen in Mainz angeschafft werden, hatte die Stadt bereits 2018 beschlossen. Nun soll noch ein weiteres Fabrikat getestet und anschließend dieses Jahr noch die Kosten analysiert und anschließend ausgeschrieben werden. „Wir rechnen damit, dass wir im nächsten Jahr bereits neue Sirenen einbauen können“, so Spehr. Als langfristiges Ziel sei der Abschluss der Modernisierung für das Jahr 2023 vorgesehen, ist bei der Stadt Mainz zu erfahren. 717.000 Euro sind dafür im Haushalt angemeldet. Die Stadt hoffe dabei auch auf Fördermittel des Bundes. Dann könnten künftig auch Stadtteile wie Drais, Lerchenberg und Ebersheim mit Sirenen ausgestattet werden.

War der Sirenenalarm bei euch zu hören? Eure Erfahrungen mit der Sirenenprobe könnt ihr unter www.mainz.de/sirenenprobe rückmelden und in einem Feedback-Bogen bis eine Woche nach dem Test Kommentare hinterlegen. Diese werden im Anschluss vom Bevölkerungsschutz ausgewertet.

Logo