„Alternativlos“: Neue Feuerwehrhäuser in sieben Stadtteilen geplant

Note „mangelhaft“ für zehn der elf Mainzer Feuerwehrhäuser: Die Gebäude der Freiwilligen Feuerwehren entsprechen nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen, ergab ein Gutachten. Nun sollen die Häuser neu gebaut werden.

„Alternativlos“: Neue Feuerwehrhäuser in sieben Stadtteilen geplant

Gesamtnote „mangelhaft“ für die Häuser der freiwilligen Mainzer Feuerwehren: Bereits vor fünf Jahren ergab ein Gutachten, dass die von den Feuerwehren genutzten Gebäude nicht mehr den aktuellen Standards entsprechen. Die technische Ausstattung sei alt, der bauliche Zustand schlecht, die Vorgaben der gesetzlichen Unfallversicherung nicht erfüllt. Der Sicherheits- und Gesundheitsschutz sei sogar meist „ungenügend“. Einzige Ausnahme ist der Gebäudekomplex der vor acht Jahren neu erbauten Feuerwache 2, die von der Freiwilligen Feuerwehr Stadt genutzt wird.

Noch in diesem Jahr sollen die Sanierungsarbeiten der Häuser in Ebersheim und Laubenheim abgeschlossen sein. In sieben Orten jedoch seien die Grundstücke zu klein geworden. Hier sei es „in keiner Form der Sanierung möglich, die aufgezeigten Mängel zu beseitigen“, Neubauten an einem neuen Standort seien „alternativlos“, heißt es in der Beschlussvorlage der Stadt Mainz.

Erste Neubauten in Drais, Finthen und Gonsenheim

Bereits im Haushaltsjahr 2020 wurden Planungsmittel eingestellt: jeweils 280.000 Euro für die Feuerwehrhäuser Drais, Finthen und Gonsenheim. Zum Erwerb von Grundstücken sind in den jeweiligen Haushaltsjahren 16.830 Euro vorgesehen: 2021 für Drais, 2023 für Gonsenheim, 2024 für Finthen. In Weisenau seien die Gesamtkosten noch nicht endgültig ermittelt.

„Als unser jetziges Feuerwehrhaus gebaut wurde, waren die Fahrzeuge noch etwas kleiner“ - Markus Schmitt

„Das heutige Feuerwehrhaus entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen und weist diverse Sicherheitsmängel auf, hier sind wir mit der Politik einig“, so Markus Schmitt, Vorsitzender des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Finthen. Man freue sich auf ein neues, zeitgemäßes Feuerwehrhaus. „Als unser jetziges Feuerwehrhaus gebaut wurde, waren die Fahrzeuge noch etwas kleiner. Auch gab es damals noch keine Jugend- oder Kinderfeuerwehr“, erklärt er gegenüber Merkurist. „Deshalb wurden in der Vergangenheit schon mehrfach am Feuerwehrhaus an- und umgebaut. Irgendwann kommt man hier aber an seine Grenzen.“

Uneinig ist man sich in Finthen jedoch bei der Frage nach dem geeigneten Standort. Wie Schmitt betont, sei vor allem eine Erreichbarkeit und ein zentraler Standort wichtig. Ein von der CDU vorgeschlagener Standort am Ortsrand lehne er daher ab.

Stadt will die jeweiligen Grundstücke erwerben

Auch in Drais beschäftigen sich Feuerwehr und Ortsbeirat mit dem anstehenden Neubau. Ein neuer Standort steht noch zur Diskussion. Die Draiser besitzen inzwischen vier Fahrzeuge, aber nur drei Garagen.

Sobald die neuen Standorte feststehen, sollen die jeweiligen Grundstücke, „falls notwendig“, durch die Stadt erworben werden. „Im Anschluss kann mit den Planungen begonnen werden“, steht in der städtischen Beschlussvorlage. Und weiter: „Die Sicherheit und der Gesundheitsschutz zählen zu dem höchsten Gut der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr.“

Die Stadt Mainz verfügt über elf Freiwillige Feuerwehren mit circa 400 ehrenamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen.

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