So wird „Mainz bleibt Mainz“ 2019

Noch ein Tag bis zur bekanntesten Fernsehsitzung Deutschlands: „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“. Bei der Generalprobe im Kurfürstlichen Schloss konnten die Zuschauer schon einmal erleben, wer in der Sitzung sein Fett wegkriegt.

So wird „Mainz bleibt Mainz“ 2019

Wie relevant Fastnachtssitzungen auch heute noch sein können, war zuletzt im Kölner Karneval zu beobachten: Als sich der Komiker Bernd Stelter bei einer TV-Aufzeichnung über den Doppelnamen von Annegret Kramp-Karrenbauer lustig machte, pfiff eine Zuschauerin und ging sogar auf die Bühne. In den Tagen danach diskutierte halb Deutschland über den Vorfall. Wird die bekannteste Fernsehsitzung Deutschlands, „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“, für ähnlichen Diskussionsstoff sorgen?

Zwar wird die Sendung erst am Freitagabend live in der ARD übertragen, doch konnten sich einige Hundert Zuschauer bereits am Mittwoch bei der Generalprobe ein Bild machen. Nachdem die Garden einmarschierten und Thorsten Ranzenberger mit „Schwellkoppträger“ für den musikalischen Einstieg sorgte, startete Protokollant Erhard Grom in der Bütt.

Jogi Löw als Trainer in Kaiserslauten

Dabei schoss Grom vor allem gegen die Parteien AfD und CSU. Den neuen Vorsitzenden der CSU, Markus Söder, verglich er mit einer Ikea-Lampe. „Ein Söder ist, wenn man ihn bräuchte, nicht die allerhellste Leuchte.“ Beatrix von Storch (AfD) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) sollten sich zusammentun, dann hätten sich „Pest und Cholera gefunden“. Von Storch gesteht Grom immerhin zu: „Fußballspielen kann se.“ Dabei hielt er Bilder der Afd-Politikern und ihres „Doubles“ Real Madrid-Star Luka Modric hoch. Großen Applaus gab es auch im Saal, als Grom Jürgen Klopp als neuen Bundestrainer forderte. Jogi Löw könne dafür „Trainer in Kaiserslautern“ werden.

Außer Grom ragte am Mittwoch vor allem Johannes Bersch als „Moguntia“ in der Bütt heraus. Sein Vortrag war eine Mischung aus politischer Satire und Kokolores. Die deutschen Nationalspieler seien „elf unmotivierte und ideenlose Kerle. Wo gibt’s denn sowas?“ Dabei schaute er den Elferrat um Sitzungspräsident Andreas Schmitt an, der den Witz auf seine Kosten mit Humor nahm. Auch Promis bekamen von Bersch ihr Fett weg: „Helene Fischer hat ja jetzt einen neuen Freund. Florian Silbereisen noch nicht.“

Thomas Negers Auftritt

Auch Florian Sitte als Angela Merkel und Andreas Schmitt als Obermessdiener lieferten wieder stark am Rednerpult ab. Schmitt sparte bei seinem Rundumschlag auch nicht seine katholische Kirche aus und forderte, dass die Geistlichen, die sich an Kindern vergangenen haben, „ins Kittchen“ wandern müssten. Sitte griff auch ein aktuelles Thema aus der Lokalpolitik auf: die „Gerich-Affäre“. So habe dieser jemandem für einen schönen Urlaub einen politischen Gefallen getan. In Mainz sei diese Art der Mauschelei längst „Einstellungskriterium“.

Kurz vor dem Ende begeisterten noch Christian Schier und Martin Heininger das Publikum – genau wie das MCV-Ballett und der TSV Schott. Einer der musikalischen Höhepunkte war der Auftritt Thomas Negers. Im vergangenen Jahr hatten sich viele Mainzer gewundert, dass Neger nicht dabei war. In diesem Jahr tritt er mit der Prinzengarde auf und singt einen Klassiker seines Großvaters Ernst Neger: „Meenz bleibt Meenz“.

Die Sitzung endet traditionell mit den Hofsängern, die unter anderem den Hit „Olé Olé Fiesta“ singen. In Erinnerung werden aber nach Freitag wohl die politischen Reden bleiben. Wolf-Günther Gerlach vom SWR sagt: „Die Mainzer Fernsehsitzung ist in diesem Jahr so politisch wie selten.“

Weitere Programmpunkte: Schnorreswackler, Alexander Leber als „Mainzer Polizist“, Jürgen Wiesmann als „Partymuffel“, Andy Ost, Helmut Schlösser als Annegret Kramp-Karrenbauer, Detlev Schönauer als „Mainzer Lehrer“ und Christian Schier und Michael Emrich als „Die Alten vom Komitee“.

(ps)

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