„Mainz bleibt Mainz“: AfD wurde nicht eingeladen

Die Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ ist eine Institution der Fastnacht, zu der Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft eingeladen werden. Die rheinland-pfälzische AfD erhielt dieses Jahr allerdings keine Einladung.

„Mainz bleibt Mainz“: AfD wurde nicht eingeladen

„Fehlende Neutralität“ und Ausgrenzung wirft die rheinland-pfälzische „Alternative für Deutschland“ AfD dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) und der Stadt Mainz vor. Demnach habe weder AfD-Landeschef Uwe Junge noch der Landesgruppenchef und Bundestagsabgeordnete Sebastian Münzenmaier dieses Jahr eine Einladung zur TV-Fastnachtssitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ am 9. Februar bekommen.

„Hier werden nicht einzelne Politiker ausgegrenzt, sondern nahezu 13 Prozent aller Wähler in Rheinland-Pfalz und Deutschland werden wieder einmal nicht repräsentiert“, äußert sich Münzenmaier. Die 28 Eintrittskarten im Wert von insgesamt 2520 Euro, die die Stadt Mainz laut der AfD jährlich kauft, verschenke der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) demnach „willkürlich an Persönlichkeiten aus Kultur, Sport und Gesellschaft“.

Verteilung des Kartenkontingents

Wie ein Pressesprecher des ZDF erklärt, lade der Sender zu der Veranstaltung nur Vertreter seiner Gremien ein. „Die anderen Gäste erhalten ihre Eintrittskarten aus den Kontingenten von Stadt, Land und den vier Vereinen (MCV, MCC, KCK, GCV), die Veranstalter der Fernsehsitzung sind“, so der ZDF-Sprecher.

Die Stadt Mainz erklärt darüber hinaus, dass die 28 Eintrittskarten, die die Stadt erwirbt, zum einen an einzelne Vertreter des Mainzer Stadtrates und zum anderen an Persönlichkeiten aus Kultur, Sport, Politik und Gesellschaft vergeben würden. So zählen dieses Jahr unter anderem die Oberbügermeister der Städte Wiesbaden, Frankfurt und Düsseldorf zu den Gästen.

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Münzenmaier selbst spricht von „rotem Filz“, der „zwischen Altparteien, SPD-Oberbürgermeister und dem natürlich stets neutral und objektiv berichtenden Medienmoguln des ZDF herrscht“. Er freue sich auf die erste AfD-Regierungsbeteiligung, „die eine Kündigung des Rundfunkstaatsvertrags veranlasst und den ein oder anderen ZDF-Fastnachter zum traurigen Clown mutieren lässt.“ Im vergangenen Jahr hatte Uwe Junge die Sendung von „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ vorzeitig verlassen. Ihm wurde vorgeworfen, die Bühne gestürmt zu haben: Laut Aussagen eines SWR-Redakteurs musste der Politiker vom Sicherheitspersonal aus dem Saal geführt werden (wir berichteten). Junge selbst gab damals an, dass er sich lediglich vom Sitzungspräsidenten Andreas Schmitt habe verabschieden wollen.

Die Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ wird am 9. Februar 2018 ab 20:11 Uhr im ZDF ausgestrahlt.

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