Ladenbesitzerin verärgert über Klowagen vor Tür

Verschlossene Türen statt Pasta, Öle und Gewürze: An Fastnacht musste der Feinkost-Laden von Dana Boniello geschlossen bleiben. Warum? Vor ihrem Laden standen gleich mehrere Toilettenwagen.

Ladenbesitzerin verärgert über Klowagen vor Tür

Seit vergangenem August betreibt Dana Boniello ihren Feinkostladen in der Johannisstraße. An Fastnacht musste sie nun den Laden schließen – unfreiwillig. Im Gespräch mit Merkurist sagt sie: „Während Fastnacht wurden gleich drei Toilettenwagen direkt vor meinen Laden gestellt. Das war eine unzumutbare Situation und kein schönes Bild für die Stadt Mainz.“

Zwar habe ihr Vermieter sie vorab darüber informiert, dass zweimal im Jahr (Fastnacht und Johannisnacht) ein Toilettenwagen in ihrer Straße steht, dass gleich drei Klo-Wagen drei Meter vor dem Geschäft aneinandergereiht sein würden, sei ihr jedoch nicht bekannt gewesen, so Boniello. Das Problem: „Abgesehen davon, dass Toiletten vor einem Feinkostladen abschreckend auf meine Kundschaft wirken könnten, ist mein Laden von der gegenüberliegenden Seite nicht mehr zu erkennen.“

Sie lebe zwar in Teilen von Stammkundschaft, erklärt Boniello, allerdings sei sie auch auf Laufkundschaft angewiesen. Und diese hätte an den Fastnachtstagen keine Chance gehabt, ihren Laden überhaupt wahrzunehmen. „Alle Läden gegenüber konnten normal weiterarbeiten, ich musste schließen“, sagt Boniello. Bis Aschermittwoch blieb ihr Laden geschlossen. Nun möchte sich Boniello auch bei Oberbürgermeister Michael Ebling über die Situation beschweren. Ihr Vorschlag: Die Klowagen könnten auf dem anliegenden Bischofsplatz aufgestellt werden.

Entscheidung alternativlos

Für die Stadt Mainz sei die Entscheidung, die Toilettenwagen in der Johannisstraße abzustellen, alternativlos, erklärt Pressesprecher Ralf Peterhanwahr gegenüber Merkurist. „Normalerweise versuchen wir den Wagen näher an die gegenüberliegende Johanniskirche zu stellen“, erklärt er. Da wegen Arbeiten dort aber ein Bauzaun steht, mussten die Toilettenwagen in diesem Jahr näher an das Geschäft von Dana Boniello gestellt werden. Dass diese Entscheidung bei Ladenbetreibern nicht für Begeisterung sorgt, könne die Stadt nachvollziehen.

„Die Stadt Mainz organisiert das Aufstellen der Toiletten gemeinsam mit dem Mainzer Carneval-Verein (MCV). Dabei wird vorab geprüft, an welchen Stellen Toiletten am besten stehen sollten“, so Peterhanwahr. In diesem Fall sei ein notwendiger Wasseranschluss in der Johannisstraße und nicht am Bischofsplatz. Außerdem würden mehr Menschen während der Straßenfastnacht über die Johannisstraße laufen. „Wenn wir die Toiletten nicht stellen, dann verrichten vielleicht Menschen ihre Notdurft an anderen Stellen – das gibt dann auch wieder Kritik“, so Peterhanwahr.

(ps)

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