Mainzer Kurzfilm startet deutschlandweite Kampagne

Am Abend vor Vatertag feiert der Kurzfilm „Fathersday“ in Mainz Premiere. Die Mainzer Agentur „Butter & Salz“ und über 50 Filmschaffende aus Mainz und der Region haben sich an dem Projekt beteiligt.

Mainzer Kurzfilm startet deutschlandweite Kampagne

Eigentlich produziert die Agentur von Lukas Möllenbeck Werbefilme. Dann wird ihm das Konzept von „Fathersday“ präsentiert. Zusammen mit seinen Mitarbeitern und Bekannten, hat er sich an die Umsetzung des Projekts gemacht. Das Filmprojekt, das alleinerziehende Eltern in den Fokus rückt, ist Mittelpunkt einer deutschlandweiten Kampagne.

Ein Film für 2,5 Millionen Menschen

Tom ist neun Jahre alt. In seiner Klasse ist Vatertag kein gewöhnlicher Schultag: die Kinder sollen erzählen, was ihren Vater ausmacht. Wer er ist. Was sie zusammen erleben. Tom starrt zunächst auf sein leeres Blatt. Dann ist er an der Reihe.

Zögerlich geht er nach vorn und beginnt zu erzählen. Von Baseball und Opas altem Auto. Von gemütlichen Abenden auf der Couch und Momenten, in denen jemand einfach da war. Je länger er spricht, desto stiller wird die Klasse. Weil alle spüren, dass da noch etwas ist. Etwas, das Tom erst am Ende in Worte fasst.

„Fathersday“ ist ein Kurzfilm, der die Lebensrealität von alleinerziehenden Familien aus der Kinderperspektive erzählt. Rund 2,5 Millionen Menschen, sagt Möllenbeck und bezieht sich dabei auf eine Studie der Bertelsmann Stiftung, seien deutschlandweit alleinerziehend. Die Botschaft des Films ist klar: Mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung für die Arbeit und Lebenssituation Alleinerziehender, meist Mütter, zu schaffen.

Deutschlandweite Kampagne für mehr Sichtbarkeit

„Ich freue mich, wenn ich an einem Projekt mit Wirkung arbeiten kann“, so Möllenbeck. „Wenn auch nur eine oder zwei Personen nach dem Film zur Nachbarin gehen und fragen: ,Wie geht es dir? Ich bin da, wenn du mal Hilfe brauchst‘, dann hat der Film sein Ziel erreicht.“

Zusätzlich zu dem dreiminütigen Film startet am Vatertag eine zweiwöchige Kampagne, anlässlich der mehr Aufmerksamkeit für Familien mit alleinerziehenden Müttern und Vätern erzeugt werden soll. In einer vierteiligen Dokuserie kommen alleinerziehende Eltern und ihre Kinder zu Wort und berichten über ihre Lebensrealität. Außerdem gibt es Hintergründe zum Filmprojekt und zur Kampagne.

Möllenbeck freut sich über die positive Resonanz, die der Film im Vorfeld der Premiere erhalten hat. Ein Projekt wie dieses sei für Filmemacher eine besondere Challenge. Keine Gagen, dafür ein großes Netzwerk aus motivierten Mitarbeitern, Bekannten und Unterstützern, die den Film ehrenamtlich und nebenberuflich realisieren. Denn das Thema verdiene mehr Aufmerksamkeit, findet Möllenbeck und freut sich, dass im Laufe des Projekts immer mehr Förderer eingestiegen seien, die das Projekt unterstützen.

Mainzer Schule als Drehort

Aufmerksame Zuschauer können verschiedene Drehorte in Mainz entdecken. Außer der Martinus-Realschule ist auch das Baseballfeld der Mainz Athletics zu sehen. Ein Oldtimer, der im Film zu sehen ist, stammt von den Besitzern des Waschmaschinensalons in der Mainzer Gaustraße. Die im Film zu sehende Schulklasse besteht aus Kindern aus regionalen Schauspielgruppen.

Die Premiere des Films, inklusive der vierteiligen Dokuserie, findet am 13. Mai in der Kulturei an der Zitadelle statt. Außer Beteiligten und Unterstützern sind auch alle Interessierten eingeladen, sich den Film vor Ort anzuschauen. Für Kinder, die ausdrücklich gerne mitgebracht werden dürfen, wird eine Spieleecke eingerichtet. Der Eintritt ist kostenlos. Zudem kann der Film auf YouTube oder in den sozialen Medien abgerufen werden.