Wird der Jugendmaskenzug wegen der Winterferien verschoben?

Im kommenden Jahr gibt es in Rheinland-Pfalz erstmals Winterferien. Der Termin in der Woche vor Rosenmontag stellt die Veranstalter des Mainzer Jugendmaskenzugs allerdings vor organisatorische Probleme.

Wird der Jugendmaskenzug wegen der Winterferien verschoben?

Ab 2019 können sich die Schüler in Rheinland-Pfalz erstmals über Winter- beziehungsweise Pfingstferien freuen. In den beiden kommenden Jahren haben sie zwischen Weihnachten und Ostern, 2021 zwischen Oster- und Sommerferien jeweils eine Woche schulfrei. Aber nicht jeder ist glücklich über die sogenannten kleinen Ferien. So befürchtet Merkurist-Leser Dini, dass es durch die verkürzten Weihnachtsferien Schwierigkeiten für die Sternsingertermine geben könnte:

Auch auf die närrischen Termine haben die neuen Ferien Auswirkungen. Denn die Winterferien der beiden kommenden Jahre liegen in der Woche vor Fastnachtssamstag, an dem der Mainzer Verkehrsverein den Jugendmaskenzug organisiert. Mehrere tausend Kinder aus Mainzer Schulen, Kindergärten und Vereinen sind an dem Umzug, der 2018 zum 61. Mal stattfindet, beteiligt. „Die Winterferien direkt vor Fastnacht in 2019 und 2020 sind in der Tat problematisch für den Jugendmaskenzug“, so der Erste Vorsitzende Kurt Merkator. Die Hauptvorbereitungszeit liege normalerweise in der Woche vor Fastnacht. Wenn in dieser Zeit die Schulen geschlossen und einige Familien im Winterurlaub seien, fielen viele Helfer aus.

Dass sich die Ferien ändern, liegt an einer neuen Regelung des Bildungsministeriums. „Die 'kleinen Ferien' in Rheinland-Pfalz wurden im Jahr 2015 umfassend neu geordnet und bis einschließlich zum Schuljahr 2023/2024 festgelegt“, erklärt Henning Henn, Pressesprecher des Ministeriums für Bildung Rheinland Pfalz. Im Anhörungsverfahren dazu habe es einen Dialog mit rund 50 Behörden, Gremien, Institutionen und Verbänden gegeben. „Fastnachtsvereine wurden dabei nicht explizit beteiligt“, so Henn. Allerdings gebe es positive Rückmeldungen von fastnachtsaktiven Schülern und deren Eltern: „Da der Donnerstag (sogenannte Weiberfastnacht) und Freitag vor Aschermittwoch schulfrei sind, kann die Brauchtumspflege auf diese Weise im familiären Bereich betrieben werden.“ 

Gemäß der Ferienordnung aus dem Jahr 2015 gibt es in Rheinland Pfalz jährlich 75 Ferientage. Sechs davon sind sogenannte „bewegliche Ferientage“, mit denen örtliche Termine wie beispielsweise der Rosenmontag berücksichtigt werden können. „Abweichungen davon sind an öffentlichen Schulen nicht zulässig“, so Henn. „Ebenso ist es gesetzlich nicht möglich, einen Ferienabschnitt wie zum Beispiel die Winterferien für alle Schulen innerhalb einer Stadt gänzlich zu verschieben.“ Eine Verlegung der Winterferien für die Schulen im Mainzer Stadtgebiet sei deswegen nicht realisierbar.

Jugendmaskenzug soll vorgezogen werden

Laut Merkator plant der Mainzer Verkehrsverein deswegen, den Jugendmaskenzug vorzuverlegen. Dafür seien Gespräche mit den Fastnachtsvereinen, der Stadt und dem SWR nötig. „Wir machen uns keine Illusionen, dass wir als Verein die Ferienpläne der Zukunft verändern können und wir gönnen auch jedem seine Winterferien“, so Merkator. „Nur müssen wir auf die Konsequenzen hinweisen und eine Lösung für den Jugendmaskenzug ab 2019 finden, damit dieser konstant weiter läuft. Ein Jahr auszusetzen wäre das wahrscheinliche Ende.“

In diesem Jahr findet der Jugendmaskenzug noch wie gewohnt am Fastnachtssamstag, dem 10. Februar, statt. Das diesjährige Motto lautet: „Schlümpfe, Obelix, der kleine Nick, Super-, Batman, Schweinchen Dick, die Comic-Welt trifft Mainz am Rhein zum Superhelden-Stelldichein“. Los geht es um 14:11 Uhr in der Boppstraße. Schul- und Jugendgruppen, die am Umzug teilnehmen möchten, können sich über die Homepage dafür anmelden.

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