Vier besondere Mainzer Fastnachtsvereine

Fastnacht hat eine lange Geschichte - doch es gibt auch Vereine, die mit so mancher Tradition brechen. Wir stellen Euch vier besondere Fastnachtsvereine vor.

Vier besondere Mainzer Fastnachtsvereine

Eine Ein-Mann-Garde, pinke Fastnacht und Hipsterball: Über 82 Fastnachtsvereine gibt es in Mainz. Darunter sind auch ein paar ganz besondere. Vier davon stellen wir Euch hier vor.

Der kleinste Fastnachtsverein

Nur ein Mitglied hat der Verein die „Meenzer Jägergarde“. Damit hat Bernd Frank den kleinsten Verein der Mainzer Fastnacht (wir berichteten). Seine Ein-Mann-Fastnachtsgarde findet Frank toll: „Das besondere an der Meenzer Jägergarde ist, dass sie nur aus einer Person besteht, die alle Ämter ausübt. Vom Generalfeldmarschall, über Präsident, Frauenbeauftragter bis hin zum Leiter des Musikkorps.“ Auch in diesem Jahr wird er wieder alleine am Rosenmontagszug teilnehmen. „Weitere Mitglieder verbietet unser erster Gardebeschluss: der uneingeschränkte Aufnahmestopp“, sagt er.

Gegründet hat er den Fastnachtsverein 2014 mit Einführung einer Uniform. „Ich sammle alles zum Thema Jägermeister und war schon lange als Jägermeister in der Fastnacht unterwegs. 2016 wurde es eine richtige Paradeuniform und ich habe mich aus Spaß zum Neujahrsumzug angemeldet“, erzählt er. Inzwischen sei die Jägergarde in der Mainzer Fastnacht akzeptiert.

Der rosafarbene Verein

Eine rosa Fastnacht - das gibt es seit 2013. Am 11.11. wurde der Verein gegründet. „Die Rosa Käppscher“ wollten eine rosa Fastnacht in Mainz etablieren. So bunt wie ihre Vorstellung von Fastnacht ist auch der Vorstand: Ihnen war es wichtig, dass sich der Vorstand aus Homos und Heteros zusammensetze, erklärt Marc Bockholt, Präsident des Vereins „Die Rosa Käppscher“.

Die klassischen Programmpunkte der Fastnacht gibt es bei ihnen auch - trotzdem veranstalten sie Fastnachtssitzungen mit einem bunterem Programm: „Wir hatten zum Beispiel schon Burlesque-Tänzerinnen und einen Zauberer im Programm. Wir setzten gerne auch andere Akzente.“

Mittlerweile hat der Verein über 270 Mitglieder. Jeder kann mitmachen, egal wie alt und welche sexuelle Orientierung er hat. „Unser Komitee besteht aus Männern und Frauen. Auch das war uns wichtig“, so Bockholt. In diesem Jahr wird es zwei Sitzungen im Ginsheimer Rathaus geben.

Der Hipster-Verein

Aus einer Schnapsidee heraus - so bezeichnet der Verein selbst seine Entstehung. Eine Idee, die am Anfang eher lustig gemeint war, endete in der Gründung des Neustadt Carneval Vereins „Die Hipster“. „Der Verein wurde während der Geburtstagsfeier unserer Präsidentin Anke Carduck aus einer Schnapsidee heraus gegründet. Schnell waren 11 Freundinnen und Freunde gefunden, die dabei waren. So kam es letztendlich zur Gründung unseres Vereins“, sagt Tobias Rinauer (Präsident).

Seitdem veranstalten sie auch den „Hipsterball“. Auch bei ihrer Veranstaltung ist ein Kostüm erwünscht, trotzdem möchten sie Fastnacht so feiern, wie es ihnen gefällt: „Wir möchten ein lockeres und ungezwungenes Beisammensein. Wer die Party besucht, wird die etwas andere Fastnacht kennenlernen“, erklärte Schneemann 2018 gegenüber Merkurist. Auch sie wollen neben den traditionellen Elementen der Fastnacht auch neue Sachen mit einbringen. Ein Termin für den 4. Hipsterball steht schon fest: Am Samstag, 22. Februar, wird im KUZ gefeiert.

Die Traditionellen

Aus der Mainzer Fastnacht sind sie kaum wegzudenken - die Schwellköpp. Der Verein der Schwell-Kopp-Träscher läuft schon seit mehr als 90 Jahren bei der Mainzer Fastnacht mit. Seit 2002 haben sie den Vereinsnamen „Schwell-Kopp-Träscher-Club“. Das Tragen eines Schwellkopps ist aber gar nicht so einfach: ein Kopf wiegt bis zu 25 Kilogramm, dieses Gewicht muss dann auf den Schultern balanciert werden.

Die ersten Schwellköpp, die 1927 der Mainzer Unternehmer Ludwig Lipp baute, sollten lustige Mainzer Typen darstellen. Die heutigen vier Formen der Schwellköppe gibt es seit 1950. Deren Gesichter sind aufwendig modelliert. Bis heute haben nur drei Mitglieder alle 30 Köppe getragen. (df)

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