Polizei Mainz äußert sich zu Gerüchten über KO-Tropfen

Gerüchte über KO-Tropfen an Fastnacht verunsichern Feiernde in Mainz. Die Polizei hat sich nun dazu geäußert.

Polizei Mainz äußert sich zu Gerüchten über KO-Tropfen

Nach Gerüchten über einen möglichen KO-Tropfen-Vorfall an Altweiberdonnerstag in Mainz hat sich nun die Polizei zu Wort gemeldet. Die Berichte in sozialen Netzwerken führen aktuell zu Verunsicherung. Das teilt das Polizeipräsidium Mainz am Montag mit.

Konkret geht es um einen Vorfall in einem Feldlager einer Mainzer Garde. Dort sollen zwei Frauen über Übelkeit und Kreislaufbeschwerden geklagt und den Verdacht auf KO-Tropfen geäußert haben. Der Polizei liegen dazu aber nach eigenen Angaben keine konkreten Informationen vor. Die betroffenen Frauen sind demnach bisher nicht bekannt. Sie werden daher gebeten, sich bei einer Polizeidienststelle zu melden.

Die Polizei weist darauf hin, dass Übelkeit oder Kreislaufprobleme allein nicht für den Nachweis einer Straftat ausreichen. KO-Tropfen können nur innerhalb von sechs bis zwölf Stunden in Blut oder Urin nachgewiesen werden. Ein Verdacht sollte daher so schnell wie möglich gemeldet werden. Täter setzen die Tropfen laut Polizei meist ein, um andere Straftaten, insbesondere Sexualdelikte, zu ermöglichen.

Polizei: Oft ist Alkohol die Ursache

Die Erfahrung der Polizei zeige, dass sich viele Verdachtsfälle nach Ermittlungen nicht bestätigen. Häufig spiele übermäßiger Alkoholkonsum eine zentrale Rolle. Auch die Wechselwirkung mit Medikamenten, der Missbrauch von Betäubungsmitteln oder ein leerer Magen könnten die Wirkung von Alkohol verstärken.

Besonders bei jüngeren Menschen stelle die Polizei zudem fest, dass die Angst vor den Eltern dazu führen könne, dass Symptome fälschlicherweise auf KO-Tropfen zurückgeführt werden, um den eigenen Alkoholkonsum nicht zugeben zu müssen.

Keine nachgewiesenen Fälle in Mainz

Statistisch gibt es laut Polizei im laufenden Jahr 2026 und auch in den Jahren davor im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mainz keinen einzigen nachweisbaren Einsatz von KO-Tropfen. Auch die Zahl der Sexualdelikte an den Fastnachtstagen sei unauffällig. Seit Altweiberdonnerstag sei eine einstellige Zahl an sexuellen Belästigungen gemeldet worden, etwa durch Anfassen im Intimbereich in großen Menschenmengen am Schillerplatz oder Markt. Am Rosenmontag 2025 waren es drei Fälle.

Dennoch rät die Polizei zur Wachsamkeit: Feiernde sollten ihre Getränke nicht unbeaufsichtigt lassen und in ihrer Gruppe aufeinander achten. Bei unbegründetem Unwohlsein, Übelkeit oder massiven Kreislaufproblemen sollten der Rettungsdienst und die Polizei verständigt werden. „Jede Einsatzkraft ist jederzeit für euch ansprechbar“, so die Polizei.