Während die rund 17.000 Teilnehmer beim Gutenberg Halbmarathon durch Mainz gelaufen sind, bewiesen die Zuschauer entlang der Strecke vor allem eines: jede Menge Humor. Denn viele haben sich am Sonntag die Mühe gemacht, kreative und lustige Plakate hochzuhalten, um Freunde, Partner oder Familienmitglieder anzufeuern. Besonders beliebt: Wortspiele rund ums Laufen, Mainz-Bezüge und persönliche Motivationssprüche.
So feuerte Regina-Noelle Baum ihren Cousin und eine Freundin mit dem Spruch „Keine Gnade für die Wade“ an. Das Schild hatte schon vor dem Startschuss einiges hinter sich: Bereits beim Marathon in Leipzig motivierte sie damit die zahlreichen Läufer. „Es hat geregnet, deshalb sieht es so mitgenommen aus“, erzählt sie. Trotzdem erfüllt das Schild weiter seinen Zweck: für Motivation sorgen und die Stimmung entlang der Strecke auflockern. „Ich möchte den Läufern damit sagen: ,Durchziehen!’ Ich glaube, spätestens nach der Hälfte der Strecke kann man diesen Spruch gebrauchen.“
Mathelernen offenbar härter als Halbmarathon
Auch Baums gute Freundin Carolina Califice setzt auf Humor. Mit dem Spruch „Wenigstens ist es nicht Analysis“ unterstützt sie ihren Freund Philipp Stoffel, der Mathematik studiert. „Mein Freund hat noch am Donnerstag bis drei Uhr nachts Analysis gelernt. Ich glaube, das war härter“, sagt die 21-jährige Studentin. Offenbar trifft das Schild bei vielen Läufern einen Nerv: „Der Hass auf Mathe scheint zu verbinden. Es haben schon einige gelacht”, erzählt sie. Ihre Motivation, stundenlang an der Strecke zu stehen, rühre daher, „dass wir super stolz auf die Läufer sind – und es auch einfach selber nicht können“, sagt Califice und lacht.
Auch Mainzer Bezüge durfte entlang der Strecke nicht fehlen. Christina Bergmann und ihr Partner Pothi entschieden sich für Schilder mit persönlichem und lokalem Einschlag: „Spute dich … de Schoppe wird warm!“, hieß es auf ihrem Schild für eine Freundin. Für die andere Freundin wurde die Botschaft kurzerhand angepasst: „… das Bier wird warm!“ Die beiden genossen nicht nur die Stimmung entlang der Strecke, sondern haben für den Sonntag direkt weitere Pläne: Nach dem Halbmarathon geht es am Abend noch ins Stadion zum Bundesliga-Spiel. Während Pothi im Gästeblock von Union Berlin steht, sitzt die 44-Jährige auf der Tribüne.
Von Prada bis Nemo
Viele Zuschauer ließen sich für ihre Schilder auch von Filmen, Serien und dem Internet inspirieren. So feuerte Alma Falkenstein ihre Schwestern und eine Freundin mit dem Schild „The Devil wears Strava“ an – angelehnt an den Film „Der Teufel trägt Prada 2“, den die Gruppe erst kürzlich im Kino gesehen hat. Während Falkenstein vergangenes Jahr noch mitgelaufen ist, gönnte sie sich in diesem Jahr eine Pause, da sie erst kürzlich Mutter geworden ist. „Ich wurde im letzten Jahr auch mit Schildern angefeuert, und wollte es deshalb jetzt auch machen“, erklärt sie ihre Motivation.
Ebenfalls Popkultur-inspiriert: „Go Loulou go, you’re doing amazing sweetie.“ Der Spruch von Marlen Macsenaere stammt ursprünglich aus einem bekannten Kardashian-Meme und sorgte ebenfalls für einige Lacher entlang der Strecke. Die 16-Jährige stand für ihre beste Freundin, ihre Mutter und ihre Sportkameraden vom Mainzer TCEC an der Strecke. Während die Läufer auf den Kilometern kämpften, lieferten mit ihren teils lustigen Plakaten auch die Zuschauer entlang der Strecke echte Höchstleistungen – zumindest beim Thema Kreativität.