Im Februar hat der Verein Fairtrade Deutschland e.V. mit seiner „Fairbruary“-Kampagne wieder dazu aufgerufen, einen Monat lang besonders fair zu konsumieren. Dadurch sollen der faire Handel weiter vorangebracht und ein Zeichen für Fairness gesetzt werden. Gleichzeitig wird in den Fußball-Bundesligen Fairplay hochgehalten.
Ein Blick in seinen Nachhaltigkeitsbericht zeigt, dass sich auch Mainz 05 dem fairen Miteinander verschrieben hat: Beim Merchandising wird verstärkt Wert auf faire Produktionsbedingungen geachtet. Fairness und Respekt allen Menschen gegenüber werden großgeschrieben. Der Verein achtet auf faire Arbeitsbedingungen und garantiert eine faire Vergütung. Er ist davon überzeugt, dass ein fairer Umgang mit allen Menschen eine grundlegende Voraussetzung für eine ethisch verantwortungsvolle Unternehmensführung ist. In der Fußballschule wird Wert auf Fairplay im Spiel und als „Klimaverteidiger“ in Bezug auf die Umwelt gelegt.
Auch beim Catering wird es fairer. Sowohl Kaffee- als auch Tee-Anbieter bekennen sich zu fairen Produktionsbedingungen. Der Preis für alkoholfreies Bier wurde in dieser Saison um 20 Prozent gesenkt. Der Ausbau des pflanzenbasierten Angebots wird forciert. Natürlich gibt es Punkte, bei denen es noch hapert. Dem Team der Amputierten-Fußballer nur T-Shirts zur Meisterschaft zu schenken, ist mindestens unglücklich. Fehlende Chancengerechtigkeit zwischen Frauen- und Männerfußball ist der Historie geschuldet. Sie sollte aber möglichst schnell hergestellt werden. Unterm Strich aber bewegt sich Mainz 05 in eine sehr faire Richtung.
Umso erstaunlicher ist es, dass der Verein hier nicht den Schulterschluss mit der Stadt sucht. Schließlich trägt Mainz seit Jahren den Titel „Fairtrade-Stadt“, da es die „Fairtrade-Town“-Kriterien erfüllt. Ein Kriterium schreibt eine Liste „Faire Einkaufsmöglichkeiten“ vor. Auf ihr fehlt bisher Mainz 05, obwohl viele Fairtrade-Fanartikel angeboten werden. Das ist eine verpasste Chance sowohl für die Fairtrade-Stadt als auch den Fairtrade-Club. Und wer Fairness in diesen Zeiten belächelt, in denen scheinbar nur Macht und Ego gewinnen, der sollte an die erste Europapokal-Saison denken. Mainz 05 hatte sich 2005 nicht sportlich, sondern über die Fairplay-Tabelle fürs internationale Geschäft qualifiziert.
Ohne faires Verhalten aller 05er*innen hätte es die Reisen nach Armenien, Island und Spanien nicht gegeben.