Der Mainzer Betrieb Diefenbach feiert sein 125-jähriges Bestehen. Wie das Unternehmen angibt, begann seine Geschichte 1901 in der Nähe der Peterskirche. Heute ist sie eine auf Oldtimer spezialisierte Werkstatt in der Mainzer Neustadt.
Anekdote aus den 40er-Jahren
Den Grundstein legte Schmiedemeister Heinrich Diefenbach zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In seiner Werkstatt wurden Pferde beschlagen, Kutschen repariert und Metallteile gefertigt. 1930 zog er gemeinsam mit seinem Sohn, der ebenfalls Heinrich hieß, in die Osteinstraße, wo die Firma bis heute ansässig ist.
Eine Familienanekdote aus den 1940er-Jahren verdeutlicht die enge Verknüpfung von Betrieb und Zeitgeschichte: Als die Wehrmacht damit begann, Fahrzeuge einzuziehen, rechnete der damalige Schmiedemeister damit, dass auch sein eigenes Auto betroffen sein würde. Kurzerhand baute er die Räder ab und den Zylinderkopf aus und versteckte die Teile bei Verwandten auf dem Land. Als die Soldaten kamen, galt der Wagen als „in Reparatur“ und blieb verschont. Zerstört wurden das Auto und die Werkstatt schließlich beim Bombenangriff auf Mainz am 27. Februar 1945.
Spezialisierung auf klassische Automobile
1968 übernahm mit Heinrich Bodo Diefenbach die dritte Generation. Unter seiner Leitung verlagerte sich der Schwerpunkt immer stärker auf Automobile. Ab den 1980er-Jahren spezialisierte sich der Betrieb auf ältere Fahrzeuge und entwickelte sich zu einer Werkstatt für Restaurierung, Ersatzteilbeschaffung und Werterhalt.
Heute führt B. Heinrich Diefenbach in vierter Generation das Unternehmen, das inzwischen als Heinrich Diefenbach GmbH firmiert. Nach seinem Studium und einer Tätigkeit als Ingenieur bei Mercedes-Benz kehrte er 2020 in den Familienbetrieb zurück. Seit 2025 widmet er sich in Vollzeit der Oldtimerwerkstatt. „Als Fachwerkstatt für Oldtimer haben wir uns heute auf automobile Klassiker spezialisiert“, sagt er. „Wir erhalten automobile Geschichte und Kultur.“
Blick in die Zukunft
Der Fokus liegt heute insbesondere auf Fahrzeugen von Mercedes-Benz, doch auch andere Fabrikate werden von dem Team aus Oldtimerspezialisten restauriert. Dass der Betrieb heute so etabliert ist, führt Diefenbach auch auf die Erfahrungen der vorherigen Generationen zurück: „Unser Unternehmen hat Krisen, sogar Kriege, wirtschaftliche Abschwünge und technologische Veränderungen erlebt und überstanden.“
Auch für die Zukunft sieht er Potenzial für sein Geschäftsfeld. „Wir sind davon überzeugt, dass es auch in Zukunft Liebhaberfahrzeuge mit höchsten technischen Ansprüchen geben wird“, so Diefenbach.