Geburt auf A63: „Es war ein wunderschöner Moment“

Eine Hausgeburt hatten die Eltern Susanne und Stephan May aus Partenheim nicht eingeplant - eine Autogeburt schon gar nicht. Doch auf dem Weg nach Mainz kam auf der A63 alles anders.

Geburt auf A63: „Es war ein wunderschöner Moment“

Als wir den Partenheimer Stephan May (49) am Donnerstag erreichen, ist er gerade wieder auf dem Weg nach Mainz. Diesmal zum Standesamt. Denn noch immer ist der offizielle Geburtsort von Tochter Luna Elsa unklar. Klein-Winternheim? Mainz? Wo sie tatsächlich geboren wurde, ist hingegen klar: im Mercedes-Van der Familie May.

Am Morgen des 18. Januars setzten bei Susanne May (39) die Wehen ein. „Das ist in den Wochen vorher immer mal wieder passiert, wir waren da noch recht entspannt“, sagt Stephan gegenüber Merkurist. Der errechnete Geburtstermin war der 23. Januar, also fast eine Woche später. „Weil aber eine stärkere Wehe dabei war, haben wir uns auf den Weg ins Mainzer Krankenhaus gemacht. Ganz ohne Hektik.“

Stephan wird zum Geburtshelfer

Zunächst wollte Susanne keine Schmerzmittel nehmen, das änderte sich auf der Fahrt aber plötzlich. „Sie sagte: Jetzt brauche ich Schmerzmittel. Da dachte ich schon, dass es knapp werden würde“, erzählt Stephan. Bei Klein-Winternheim sagte Susanne: „Wir müssen anhalten.“ Stephan fuhr in eine Nothaltebucht an der A63. „Ich dachte erst, sie will nur kurz verschnaufen und dann geht’s weiter.“

Stattdessen wurde Stephan zum Geburtshelfer. Er rief einen Notarzt an und legte seine Frau auf den Boden des Autos. Das Paar hatte Glück: Normalerweise hätte Stephan den VW Passat genommen, spontan hatte er sich umentschieden. „Und zufällig hatte ich beim Mercedes am Tag vorher die Rückbank ausgebaut, hinten lagen frisch gewaschene Decken.“

Eltern hoffen auf Mainz als Geburtsort

Stephan konnte helfen, weil er schon bei der ersten Geburt dabei war und sich an Tipps der Hebamme erinnerte. „Nach wenigen Minuten sah man schon das Köpfchen. Danach hatten wird noch ein paar Minuten zu dritt im Auto. Das war ein wunderschöner, ruhiger Moment.“ Dann trafen die die Sanitäter ein, auch sie seien entspannt gewesen. „Sie sagten zu mir: Du kannst jetzt bei uns anfangen.“

Im Krankenhaus entschieden sich die Eltern, Luna Elsa noch einen dritten Namen zu geben: Mercedes - wie ihr Geburtsort. „Sie ist gesund und munter und eine sehr entspannte Rheinhessin“, sagt Stephan. Bleibt nur noch die Frage nach dem offiziellen Geburtsort. „Wir hoffen auf Mainz, das ist einfach prägnanter als Klein-Winternheim.“ (df)

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