Familie von Ali Bashar könnte zurückkehren

Keine Einreisesperre

Familie von Ali Bashar könnte zurückkehren

Laut Berichten eines kurdischen Fernsehsenders plant der Bruder von Ali Bashar, wieder nach Deutschland einzureisen, um seinem Bruder beistehen zu können. Bashar wird verdächtigt, die 14-jährige Susanna aus Mainz getötet zu haben (wir berichteten). Auch die restliche Familie des mutmaßlichen Täters, seine Eltern und fünf Geschwister, wollen Berichten zufolge erneut den Weg nach Deutschland einschlagen. Wahrscheinlich scheint, dass sie zum Prozessbeginn in Wiesbaden sein wollen.

Die Familie Bashar war nach dem Mord an der Mainzer Schülerin über Istanbul zurück in ihre Heimat, den Irak, gereist. Ali wurde in Zusammenarbeit mit kurdischen Kräften festgenommen und zurück nach Deutschland gebracht. Er hat den Mord an Susanna gestanden, bestreitet aber ihre Vergewaltigung.

Keine Einreisesperre für die Bashars

Eine Einreisesperre für die Bashars gibt es - entgegen anders lautender Medienberichte - nicht, wie eine Mitarbeiterin des Wiesbadener Sozialdezernats gegenüber Merkurist erklärt. „Das wäre nur möglich, wenn die Klage gegen den abgelehnten Asylantrag abgewiesen worden wäre.“ Da die Familie aber vor Beendigung des Verfahrens das Land verlassen hatte, wurde dieses daraufhin nicht weiter verfolgt.

„Das wäre nicht pauschal ablehnbar.“ - Mitarbeiterin Sozialdezernat

„Eine Ausreisesperre gegen die Familie hätte nur dann verhängt werden können, wenn diese abgeschoben worden wäre“, so die Mitarbeiterin. Daher müsse man - wenn die Familie Bashar tatsächlich erneut nach Deutschland einreisen würde - mit ihr verfahren, wie mit anderen Flüchtlingen auch. „Das wäre pauschal nicht ablehnbar“, heißt es. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) müsse das Asylgesuch dann prüfen wie jedes andere auch.

Abwarten

Ohnehin, so die Mitarbeiterin des Sozialdezernats, liege die Entscheidung über die Einreise nicht bei den Wiesbadener Verantwortlichen. Dafür sei alleine das BAMF zuständig, auch, wenn die Familie als Illegale ins Land käme. Die Aussagen des Bruders von Ali Bashar seien auch ihr bekannt, jedoch habe sie diese auch nur aus den Medien vernommen. „Von daher warten wir es ab“, sagt sie.

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