Falsche Plakate in Mainz werben für kostenloses Bahnticket

Plakate und eine Website versprechen ein kostenloses Bahnticket, auch in Mainz. Doch das Angebot ist ein Fake. Eine Aktivistengruppe hat sich nun zur Aktion bekannt.

Falsche Plakate in Mainz werben für kostenloses Bahnticket

In Mainz und vielen anderen deutschen Städten werben derzeit Plakate für ein kostenloses Bahnticket. Auch eine täuschend echt wirkende Website ist online. Doch das Angebot existiert nicht, wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet.

Auf den Werbeflächen an Bahnhöfen und einer Internetseite mit dem Logo der Deutschen Bahn (DB) wird ein sogenanntes Null-Euro-Ticket beworben. Dieses ermöglicht angeblich die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs in ganz Deutschland. „Einfach einsteigen. Ab sofort müssen Sie für Reisen mit dem öffentlichen Nahverkehr kein Ticket mehr kaufen“, lautet das Versprechen.

Laut dem Bericht handelt es sich bei der Kampagne um eine Fälschung. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte gegenüber der SZ: „Es handelt sich um Fake-Plakate und eine Fake-Website“. Die DB prüfe den Sachverhalt und behalte sich rechtliche Schritte vor.

Am Mittwochnachmittag habe sich das „Widerstands-Kollektiv“, ein Nachfolgeprojekt der „Letzten Generation“, zu der Aktion bekannt, so die Zeitung. Die Plakate seien auf Werbeflächen der Firma Ströer angebracht worden. Ein Sprecher des Unternehmens habe erklärt, dass es sich nicht um einen regulär gebuchten Kundenauftrag handle, sondern um „Adbusting“ und die Plakate schnellstmöglich entfernt würden.

Aktivisten bekennen sich zu Aktion

Unter Adbusting versteht man das Verfremden oder Überkleben von Werbung, um deren Aussage zu verändern. Während linke Gruppen dies als eine Form der Kunst sähen, um Werbebotschaften zu hinterfragen, stufe der Verfassungsschutz solche Aktionen teilweise als „gewaltorientierten Linksextremismus“ ein, so das Blatt. Rechtlich könne es sich um Sachbeschädigung handeln.

Es ist dem Bericht zufolge nicht die erste Aktion dieser Art. Bereits 2022 habe es eine ähnliche Kampagne gegeben, mit der Unbekannte gegen die Erhöhung des Ticketpreises von neun auf 49 Euro protestiert hätten. Auch damals sei ein „Null-Euro-Ticket“ beworben worden. Wer damit bei einer Kontrolle erwischt worden sei, habe jedoch eine Strafe zahlen müssen.