MeinRad-Aus in Wiesbaden: Lohnt sich das Konzept in Mainz?

Bereits Ende des Monats wird der Fahrradverleih „MeinRad“ von Eswe Verkehr in Wiesbaden eingestellt. Ein Zurück wäre wohl nur mit einem rentableren Konzept möglich. Doch was bedeutet das Aus dort für Mainzer Kunden?

MeinRad-Aus in Wiesbaden: Lohnt sich das Konzept in Mainz?

Diese Meldung überraschte am Dienstag: Der Wiesbadener Verkehrsbetrieb ESWE Verkehr hat angekündigt, den Fahrradverleih MeinRad einzustellen (wir berichteten). Nachdem die gelben Leihfahrräder bereits seit 2012 in Mainz am Start sind, zog Wiesbaden 2018 nach und führte die Räder dort ebenfalls ein. Doch Ende Mai ist auf hessischer Seite nun Schluss mit dem Fahrradverleih. Mit zuletzt nur noch knapp 450 verliehenen Rädern pro Woche war das System in Wiesbaden einfach nicht mehr rentabel. Ein Comeback der Räder wird von ESWE Verkehr nicht ausgeschlossen, nun soll aber zunächst ein besseres Konzept entwickelt werden.

Wie geht es in Mainz weiter?

Eine erste direkte Folge für Mainzer MeinRad-Kunden steht nun also schon fest: Sie können ab Ende Mai die kompatiblen Stationen in Wiesbaden nicht mehr nutzen und dort auch keine Räder mehr ausleihen - nur noch in AKK-Stadtteilen. Doch was bedeutet das MeinRad-Aus dort nun für Mainzer Kunden? Droht MeinRad in Mainz vielleicht sogar auch das Ende?

MVG-Pressesprecher Michael Theurer sagt „nein!“ Theurer weiter: „Ich kann zu den Zahlen in Wiesbaden nichts sagen, kenne die Hintergründe nicht und bin nur für Mainz zuständig. Aber in Mainz haben wir ein Vielfaches der Vermieterzahlen in Wiesbaden.“ So seien in Mainz allein von Anfang 2022 bis Mitte Mai knapp 40.000 Räder vermietet worden. Nach zwei Corona-Dellen 2020 und 2021 sei ein Anstieg der Zahlen seit Oktober 2021 in Mainz wieder klar erkennbar. Änderungen ab Juni sollen laut MVG zudem nochmals kundenfreundlicher sein als das bisherige Modell (wir berichteten).

Corona war spürbar

Warum das MeinRad-System in Mainz häufiger als in Wiesbaden genutzt wird, dazu will sich Theurer kein Urteil erlauben. „Generell wirkte sich Corona und die geringere Mobilität der Nutzerinnen und Nutzer in dieser Zeit sicher links und rechts des Rheins negativ auf die Vermieterzahlen aus – das ist ja generell bei allen Mobilitätsangeboten der Fall gewesen. Bei Straßenbahnen und Bussen in Mainz habe es während der Corona-Hochphasen Zeiten gegeben, in denen weniger als zehn Prozent der der Fahrgäste im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit unterwegs gewesen seien.

Ein Ende des Fahrrad-Verleihs zeichnet sich in Mainz laut Theurer jedenfalls nicht ab: „Hier denkt keiner an eine Einstellung des Systems. Im Gegenteil: Wir haben ehrgeizige Pläne mit MeinRad.“

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