Supermarkt-Mitarbeiter: „Wir wollen uns nicht mehr anschreien lassen“

Keine leichte Zeit für Supermarkt-Mitarbeiter: In einem Ingelheimer Penny halten sich offenbar nicht alle Kunden an die Corona-Maßnahmen. Ein Mitarbeiter macht seinem Ärger in einem Facebook-Post Luft – und bekommt viel Zustimmung.

Supermarkt-Mitarbeiter: „Wir wollen uns nicht mehr anschreien lassen“

Einkaufen wird in Corona-Zeiten zur Herausforderung – für Kunden, aber vor allem für Mitarbeiter. So auch in dem Ingelheimer Supermarkt Penny Frei-Weinheim. Dessen Mitarbeiter Tobias lässt in einem längeren Post in der Facebook-Gruppe „Was ist passiert?! Ingelheim und Umgebung“ seinem Ärger über die aktuelle Situation freien Lauf. Am Freitagabend stellte er den Post online – und seitdem haben ihn hunderte User gelikt und geteilt.

„Die aktuelle Situation ist auch für uns nicht leicht. Die Einkaufswagenpflicht haben wir nicht erfunden“, schreibt er in dem Post. Derzeit dürfe der Markt lediglich 40 Kunden auf einmal reinlassen, daher seien auch nur noch 40 Wagen zur Verfügung, um die Corona- Präventionsmaßnahmen sicherzustellen. „Ja, auch bei einem Einkauf von nur einem Brötchen ist der Wagen nötig“, so Tobias.

Mehrere Chips gestohlen

Doch nicht jeder sehe das auch ein. „Nebenbei einen schönen Gruß an den netten Mann von heute Morgen. Wenn Sie ein weiteres Mal das Marktpersonal oder mich derart anmachen, weil Sie ja nur eine H-Schlagsahne kaufen möchten und es nicht einsehen, dafür einen Wagen zu nutzen, bekommen Sie Hausverbot, nicht nur für einen Tag, sondern für immer“, ärgert sich Tobias. Alle Wagen seien mit einem Chip versehen, sodass niemand nach Kleingeld suchen müsse. Allerdings seinen mehrere Chips trotz Sicherung gestohlen worden.

Tobias schreibt weiter: „Was wir uns aktuell tagtäglich anhören müssen, ist wirklich der Wahnsinn. Als wären wir Idioten, die Dummen, die die Regale befüllen. Es wird bis aufs Blut diskutiert bezüglich den Einkaufswagen und wenn dann auch noch die Hefe und das Klopapier ausverkauft sind, geht es so richtig los.“ Dabei schütze das Team mit den Maßnahmen nur seine Kunden. „Wir schützen diejenigen, die es zu schützen gilt. Ganz egal, was wir persönlich von den Maßnahmen halten. Wir haben auch Familie, auch wir haben Angst, auch wir sitzen nach der Arbeit zu Hause und halten uns an das Kontaktverbot.“

„Fünf Minuten vorher als Dreck beleidigt“

Man wolle nicht mit jedem einzelnen Kunden diskutieren. „Wir möchten nicht mehr streiten oder uns anschreien lassen. Wieso kann man nicht einfach mal die Regeln befolgen? Als würde uns das Spaß machen.“ Deshalb wolle man in Zukunft bei mehrmaligem Widersetzen vom Hausrecht Gebrauch machen. „Wir kommen gerne auf die Arbeit, wie sind gerne für Sie da. Das ist aber nur möglich, wenn sich jeder an die Regeln hält.“

Auch die Mitarbeiter können dabei nicht immer ruhig bleiben. „Falls auch unser Umgangston mal nicht der Norm entspricht, möchte ich mich gerne dafür entschuldigen. Es fällt einem echt schwer, wenn man fünf Minuten vorher erst als Dreck beleidigt wird, wieder zur Normalität zu finden. Wir bleiben für Sie vor Ort – bitte halten Sie sich an die Präventionsmaßnahmen.“ (mm)

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