Neuer Fahrplan: Kneipenwirte rufen zum Protest auf

Trifft der neue ÖPNV-Fahrplan in Mainz die Gäste von Kneipen und Bars in der Innenstadt besonders hart? Die Betreiber der Mainzer Kneipe „Zur Andau“ sehen das so. Sie haben sich nun in einem Facebook-Statement zur Wort gemeldet.

Neuer Fahrplan: Kneipenwirte rufen zum Protest auf

Seit Mitte Dezember gilt der neue Fahrplan der Mainzer Mobilität (MM). Seitdem muss sich der Mainzer Verkehrsbetrieb einiges an Kritik anhören. Nun gibt es neue Kritik - von den Betreibern der Mainzer Kneipe „Zur Andau“.

In einem Facebook-Post erklärte das Andau-Team: „Der ab dem 15. Dezember 2019 in Kraft getretene Nahverkehrsplan der Mainzer Mobilität erinnert an einen Schildbürgerstreich und sorgt für Empörung, denn zum großen Teil wurde der Nachtverkehr unter anderem für die Straßenbahnlinien ohne große Vorwarnung eingestellt.“ Die Geschäftsführung der Gaststätte sowie Angestellte und Aushilfen würden daher zum Protest „gegen die Stilllegung der Mainzelbahn und anderer Nachtlinien“ aufrufen.

„Wie unliebsame Stiefkinder abgehängt…“

Gerade die Mainzelbahn sei in letzter Zeit von der MM als „Fahrgastmagnet und Lokomotive für das gesamte Mainzer Straßenbahnsystem“ bezeichnet worden. Nun würden aber an das Streckennetz angeschlossene Stadtteile wie Bretzenheim oder Lerchenberg „wie unliebsame Stiefkinder abgehängt und noch vor Mitternacht ignoriert“. Denn laut Fahrplan fährt die Linie 53 unter der Woche um 22:30 Uhr das letzte Mal vom Schillerplatz in Richtung Lerchenberg. Dazu seien viele Sonderregeln an den Aushängefahrplänen zu beachten. Zum Beispiel Fahrten, die nur Montag bis Donnerstag stattfinden oder Linienfahrten Richtung Hechtsheim, die nur bis zur Kurmainz-Kaserne gehen. Das bezeichnet das Andau-Team als „reinsten Mainzelwahn“.

Mit dem Facebook-Post wolle man auf den Missstand aufmerksam machen. „Auch Mitarbeiter aus der Hotellerie und Gastronomie dürfen sich anschließen, den Artikel liken oder teilen“, schreibt das Andau-Team. „Wir fordern eine vernünftige Verkehrsbeförderung zwischen 24 und 4 Uhr, damit Mainz mit seinen Bürgern gut verbunden bleibt!“, heißt es am Ende des Beitrags.

MVG-Geschäftsführer verteidigt Abfahrtszeiten

Im Gespräch mit Merkurist hatte MVG-Geschäftsführer Jochen Erlhof vergangene Woche mit Blick auf die geänderten Abfahrtszeiten der Mainzelbahn gesagt: „Unsere Fahrgasterhebungen zeigen, dass in der letzten Straßenbahn in Richtung Lerchenberg im Durchschnitt ab Marienborn nur noch eine Person mitfuhr. Diese letzte Straßenbahn lohnte sich noch vom Hauptbahnhof bis zur Uni und den Studentenwohnheimen – hier haben wir aber auch Alternativen geschaffen.“ (df)

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