Ein kurioser Facebook-Post vom Mainzer Bischof Kohlgraf sorgt im Netz und bei Merkurist-Lesern für Aufsehen. Er äußert Verwunderung über die Entscheidung kurzfristig einen Toilettenwagen vor seinem Haus aufzustellen.
Ärgerlich findet Kohlgraf nicht nur den Standort vor dem bischöflichen Ordinariat in der Mainzer Altstadt, sondern vor allem den Zeitpunkt: „Morgen werden wir Bischofsweihe in Mainz feiern. Dazu erwarten wir viele Gäste. Auch aus dem Ausland. Passenderweise steht jetzt bis morgen ein Toilettenwagen genau vor meinem Haus“, schrieb der Bischof in seinem Beitrag am 14. März.
Der Post sorgte für viele Reaktionen, unter anderem vom Mainzer Kommunalpolitiker Thomas Gerster (CDU), der humorvoll kommentierte: „Auch das ist gegebenenfalls ein temporärer Bischofssitz.“ Außer Belustigung zeigen viele jedoch auch Verständnis für das Anliegen von Bischof Kohlgraf. Wieso musste der Toilettenwagen an diesem Ort und zu diesem Zeitpunkt aufgestellt werden?
Stadt Mainz erklärt Hintergründe
Auf Anfrage von Merkurist äußert sich die Stadtverwaltung: „Der Toilettenwagen wurde durch das Ordnungsamt kurzfristig genehmigt für eine große Wahlkampf-Veranstaltung der SPD auf dem Leichhof“, schreibt Pressesprecher Ralf Peterhanwahr. Weiter sagt er, dass die Verantwortung für die Veranstaltung, bei der mehrere Ministerpräsidenten erwartet wurden, bei der SPD lag.
Die Veranstaltung ist laut Peterhanwahr erst zwei Tage zuvor, am 12. März, bei der Versammlungsbehörde angemeldet worden. Der genaue Lageplan sei erst einen Tag zuvor eingegangen, wodurch eine „sehr kurzfristige Lösung für Toiletten gefunden werden musste“, so der Pressesprecher der Stadt.
Keine Abstimmung mit dem Bistum
Eine Abstimmung mit dem Bistum Mainz über den Standort des Wagens habe es laut der Stadtverwaltung nicht gegeben. Andere städtische Stellen sowie die Polizei seien jedoch informiert gewesen. Der Toilettenwagen, der nur für die Dauer der Veranstaltung gedacht war, wurde inzwischen wieder entfernt.
Die feierliche Bischofsweihe verlief währenddessen planmäßig. Joshy Pottackal wurde am 15. März im Mainzer Dom geweiht. Zum ersten Mal gibt es nun in Deutschland einen Bischof mit außereuropäischen Wurzeln. Der 48-Jährige ist gebürtiger Inder und engagiert sich seit 22 Jahren in Deutschland für die katholische Kirche – unter anderem als Seelsorger in Mainz.