Gift-Attacke auf Mainzer Tauben?

Wurden in Mainz Tauben gequält? Das vermutet zumindest der Verein „Stadttaubenhilfe Mainz“. Einem Facebook-Post des Vereins zufolge verendeten mehrere Tiere qualvoll.

Gift-Attacke auf Mainzer Tauben?

Dieser Post berührt derzeit viele Mainzer Facebook-Nutzer: Am Donnerstag veröffentlichte die Seite Stadttaubenhilfe Mainz e.V. einen längeren Beitrag über einen dramatischen Vorfall. Am vergangenen Sonntag (19. Mai) sei ein Notruf bei der Taubenhilfe eingegangen. Eine Mutter habe sich gemeldet, deren Kinder tote und sterbende Tauben nahe der Rheingoldhalle gefunden hätten. Die Tiere hätten teilweise gekrampft, andere seien komplett regungslos gewesen.

Die Taubenhilfe geht davon aus, dass die Tiere mit vergifteten Weizenkörnern geködert wurden. Eine Obduktion der Tiere habe diese Vermutung auch bestätigt. „Bei uns gingen alle Alarmglocken an! Diese Symptomatik war uns leider schon aus vergangenen Vergiftungsaktionen bekannt“, schreibt die Taubenhilfe in ihrem Post. Eine Helferin sei sofort zum Fundort der Tauben gefahren und dort auf „Bilder des Schreckens“ gestoßen: „Blaue Zungen waren zu sehen, Tiere die aus Augen und Mund bluteten und krampften. Einige Tauben waren schon tot, andere lagen im Sterben.“

Sieben Tauben verendet

Weitere, noch lebende Tauben, seien am Sonntagabend entdeckt worden. Die Tiere hatten offenbar mehrere Stunden lang hilflos auf der Straße gelegen. „All diese Tauben müssen unendliche Qualen durchlebt haben. Sie hatten keine Macht mehr über ihren Körper, Muskeln krampften unkontrolliert, gepaart mit unerträglichen Bauchschmerzen. Eine probierte immer wieder ihren Kopf noch aufrecht zu halten, aber die Kräfte schwanden“, heißt es im Post weiter. Die Taubenhilfe nahm die überlebenden Tiere auf und kümmerte sich um sie. Insgesamt seien sieben Tauben verendet, drei Tiere sollen überlebt haben.

Auf Anfrage von Merkurist kann Polizeisprecher Rinaldo Roberto bestätigen, dass die Taubenhilfe den Vorfall bei der Mainzer Polizei gemeldet hat. „Wir ermitteln derzeit dazu. Die Staatsanwaltschaft muss letztlich prüfen, ob eine Straftat vorliegt.“ Ob die Tauben tatsächlich vergiftet wurden, sei noch nicht abschließend ermittelt, so Roberto. „Es ist aber auffällig, dass in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Meldungen zu verendeten Tauben an uns herangetragen wurden“, sagt Roberto. (mm)

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