Diese Spuren hinterließ Jürgen Klopp in Mainz

18 Jahre lang war Jürgen Klopp in Mainz, elf davon als Spieler, sieben als Trainer. In dieser Zeit hinterließ er tiefe Spuren in der Stadt. Wir präsentieren euch sieben Fakten über Jürgen Klopps Zeit in Mainz, die ihr vielleicht noch nicht wusstet.

Diese Spuren hinterließ Jürgen Klopp in Mainz

Europa feiert Jürgen Klopp! Im dritten Anlauf hat es der Kulttrainer geschafft, die Champions League zu gewinnen. Mit seinem Liverpool FC setzte er sich im Finale mit 2:0 gegen die Tottenham Hotspur durch. Und wieder einmal schaut die Fußballwelt auf Mainz: Denn hier begann die Trainerkarriere Klopps. Aus einem grauen Zweitligisten formte er in wenigen Jahren einen Aufstiegskandidaten - und im dritten Anlauf einen Aufsteiger.

Klopps Zeit in Mainz endete nach dem verpassten Wiederaufstieg 2008. Er wechselte zu Dortmund und feierte dort unter anderem zwei deutsche Meisterschaften, 2015 ging es Richtung England. Doch bis heute hat Klopp in Mainz tiefe Spuren hinterlassen. Wir stellen Euch sieben Fakten zu Jürgen Klopps Zeit in Mainz vor.

Klopps Spitznamen

In Deutschland kennt man ihn als „Kloppo“, in England als „The normal one“. In seiner Mainzer Zeit hatte er allerdings noch ganz andere Spitznamen. Im Interview mit Merkurist erinnerte sich Mainz 05-Stadionsprecher Klaus Hafner: „Jürgen Klopp habe ich ja damals noch als Spieler angesagt. Er hat eine tolle Begabung, der verkauft sogar dem Papst ein Doppelbett. Früher hatte er noch den Spitznamen ‘Professor’, wegen seiner Nickelbrille.“ Begeistert war Klopp laut Hafner von dem Namen aber nicht. „Wenn ich ihn so angesagt habe, hat ihm das nicht gefallen. Er fand, es würde so klingen, als wäre er alt.“

Wegen seiner Brille und der damaligen Frisur nannten ihn diverse Medien außerdem „Harry Potter“. Seinen Spitznamen „Kloppo“ ließ sich der damalige Mainz-Trainer sogar beim Deutschen Patent- und Markenamt schützen.

Im Schatten des Doms

Es ist einer der großen Hits der Mainzer Fastnacht - und das liegt nicht zuletzt an Jürgen Klopp. Denn in der früheren Stammkneipe des damaligen Mainz 05-Trainers wurde „Im Schatten des Doms“ von Thomas Neger, Julia und Sandra Mathes jahrelang als Rausschmeißer gespielt. Doch Klopp wollte die Kneipe erst recht nicht verlassen, wenn das Lied lief. Wenn Klopp in der Kneipe war, musste „Im Schatten des Doms“ fortan mehrmals am Abend gespielt werden.

Später setzte Klopp sogar durch, dass der Hit im Stadion läuft. „Er soll Heidel gegenüber mit Rücktritt gedroht haben, wenn er das Lied nicht spielen lässt“, sagte Thomas Neger gegenüber Merkurist, „natürlich scherzhaft.“

Hochzeit in Gonsenheim

Auch bei Jürgen Klopps Hochzeit im Jahr 2005 lief der Fastnachtshit. Als er seiner Ulla im Gonsenheimer Standesamt das Ja-Wort gab, überraschte Neger die beiden mit „Im Schatten des Doms“. „Da kullerten bei Jürgen schon ein paar Tränen“, so Neger.

Auch von Jürgen Klopps Trauzeugen werden wir in den nächsten Jahren noch öfter hören: David Wagner. Klopps früherer Mainzer Mitspieler (1991-1995) fängt im Sommer als Coach bei Schalke 04 an. Schon bei Huddersfield Town in England bewies Wagner, dass er Großes leisten kann. Mit dem Underdog schaffte er 2017 sensationell den Aufstieg in die Premier League.

Lustiger TV-Auftritt

Von 2005 bis 2008 war Jürgen Klopp Experte für das ZDF. Seinen ersten großen TV-Auftritt hatte er allerdings schon zehn Jahre vorher. Klopp war Kandidat der Spielshow „Verlieren Sie Millionen“, die Mike Krüger moderierte. Damals, 1995, war Klopp noch nicht Star-Trainer, sondern Spieler von Mainz 05.

Schlagfertig war er allerdings damals schon. Als er auf die Frage nach seinem Beruf antwortete „Ich bin Fußballprofi beim 1. FSV Mainz 05“, ätzte Krüger: „Also Kantinenmannschaft vom ZDF.“ Klopps Konter: „Wir wollen in die erste Liga, so wie du ins Samstagabendprogramm.“

Kopfnuss gegen Sandro Schwarz

Eigentlich gelten die beiden als enge Freunde: Jürgen Klopp und Mainz-Trainer Sandro Schwarz. Doch das war anscheinend nicht immer so. Zumindest herrschte einmal wochenlang Funkstille zwischen den beiden. Der Vorfall, der die Eiszeit auslöste, spielte sich Anfang 2001 ab, als beide noch zusammen für Mainz 05 spielten. Bei einem Trainingsspiel Jung gegen Alt auf glattem Kunstrasen passierte es: „Jung hat 3:0 geführt und Sandro Schwarz hat mich drei Mal von hinten umgehauen“, erzählte Klopp gegenüber „Sky“.

„Bist du doof?“, fragte Klopp, Schwarz erwiderte: „Was willst du denn?“ Dann bewegte Klopp seinen Kopf nach vorne, nach eigener Aussage nur leicht. Dennoch ein Treffer: „Und dann fängt er an zu bluten.“ Wenn man die Aktion als Kopfnuss werte, sei Sandro Schwarz der einzige Mensch, den er je attackiert habe, sagte Klopp.

Tränen-Abschied aus Mainz

Als sich Jürgen Klopp 2008 auf dem Gutenbergplatz von 15.000 Mainzern verabschiedete, gab er ein Versprechen ab: „Dass ich euch nie vergessen werde, könnt ihr euch hoffentlich vorstellen.“ Dann wurde es emotional. „Alles, was ich bin, alles, was ich kann“, in diesem Moment kamen ihm auf der Bühne vor dem Staatstheater die Tränen, „habt ihr mich werden lassen.“

Bereits im Stadion, nach dem verpassten Wiederaufstieg, hatte sich Klopp emotional von den Fans verabschiedet. Trotz eines 5:1 gegen FC St. Pauli reichte es damals nicht ganz. Dennoch kletterte Klopp ein letztes Mal am Zaun hoch, wurde bei der Ehrenrunde sogar von den St.Pauli-Fans gefeiert. Auch an diesem Tag wurde der Coach von seinen Tränen übermannt.

Rückkehr nach Mainz

Aber zum Glück war der Abschied nicht für immer. „Für meine Familie und mich ist Mainz Heimat. Und wird irgendwann auch wieder Zuhause sein.“ Das sagte der Ex-Mainz 05-Trainer in seiner Dankesrede für den Mainzer Medienpreis, den er Ende 2018 in der Christuskirche erhielt. Denn schließlich sei Mainz die einzige Stadt, in der er kein Navi brauche. (pk)

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