Magdeburg statt Bayern München

Lange Zeit ging es in der Fußballer-Karriere des ehemaligen Mainz 05-Spielers Jan Kirchhoff steil bergauf. Doch als er sich mit den Besten der Welt messen wollte, folgte ein schmerzhafter Absturz. Jetzt will Kirchhoff es noch einmal wissen.

Magdeburg statt Bayern München

„Im Hinterkopf war auch, meine Karriere zu beenden.“ Das sagt Jan Kirchhoff, ehemaliger Bundesligaspieler von Mainz 05, Bayern München und dem FC Schalke 04 im Januar 2019. Vor wenigen Tagen hat der 28-Jährige nach einem halben Jahr als arbeitsloser Fußballprofi wieder einen Vertrag bei einem Verein erhalten: beim abstiegsbedrohten Zweitligisten FC Magdeburg.

Von 0 auf 100 – so begann Kirchhoffs Karriere bei Mainz 05. Als Jugendspieler gab er einen Monat nach seinem achtzehnten Geburtstag sein Zweitligadebüt. Wenige Monate später wurde er mit der U19 des FSV völlig überraschend deutscher A Jugend-Meister. Sein Trainer damals hieß Thomas Tuchel und als der nur Wochen später wie aus dem Nichts zum Bundesligatrainer der Mainzer ernannt wurde, nahm er seinen Schützling Kirchhoff gleich mit zu den Profis.

Verletzungspech bei Kirchhoff

Im ersten Jahr wurde Kirchhoff noch von einer Verletzung ausgebremst, dann startete er in der Bundesliga durch und machte in den kommenden Jahren fast 60 Bundesligaspiele für Mainz 05. Sein Talent blieb auch anderen Vereinen nicht verborgen. Im Sommer 2013 wechselte Kirchhoff zum FC Bayern München, doch von da an ging es bergab. Leisten-OP, Syndesmoseband, Adduktoren, Innenband, Achillessehne – immer wieder warfen Verletzungen Kirchhoff zurück.

„Scheitern wäre, wenn ich nicht mehr das leisten könnte, was ich von mir erwarte. Und momentan bin ich sicher, mein Körper wird mir da keinen Strich durch die Rechnung machen“, sagte er in einem Interview mit dem Münchner Merkur im Jahr 2015. Doch Kirchhoffs Leidensweg ging immer weiter. Auch 2016 nach seinem Wechsel zum englischen Klub Sunderland verpasste er viele Spiele wegen Verletzungen. Zwischen Juli 2017 und Februar 2018 stand Kirchhoff plötzlich ohne Verein da, dann versuchte er es bei den Bolton Wanderers in der zweiten englischen Liga. Nur um im Sommer 2018 plötzlich wieder arbeitslos zu sein.

„Für mich persönlich ist es einfach so, dass ich wieder Fußball spielen will und dass ich heiß darauf bin, zu zeigen, was ich kann.“ - Jan Kirchhoff

Nun also geht es für Jan Kirchoff beim FC Magdeburg weiter. „Für mich persönlich ist es einfach so, dass ich wieder Fußball spielen will und dass ich heiß darauf bin, zu zeigen, was ich kann“, sagte er bei seiner Vorstellung dem MDR.

(rr)

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