Rheinfrühling vor Aus? - Schaustellern drohen herbe finanzielle Einbußen

In knapp einem Monat soll der Mainzer Rheinfrühling zwischen Kaisertor und Theodor-Heuss-Brücke starten. Doch die Ausbreitung des Coronavirus könnte zur Absage des Volksfests führen. Wie die Mainzer Schausteller die Situation bewerten.

Rheinfrühling vor Aus? - Schaustellern drohen herbe finanzielle Einbußen

Rund 1000 Personen haben sich mittlerweile in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert (Stand 9. März). Und das Virus breitet sich weiter aus. Am Sonntag empfahl nun Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen.

Das könnte nun auch drastische Folgen für eine Reihe von Events haben, die in den kommenden Wochen in Mainz starten (wir berichteten). Dazu zählt unter anderen auch der Mainzer Rheinfrühling, der eigentlich am 4. April eröffnet werden soll. Doch eine Absage des Volksfests scheint möglich. Für die Mainzer Schausteller wäre dies ein herber Rückschlag.

Große finanzielle Einbußen drohen

Wie der Vorsitzende der Mainzer Schausteller, Marco Sottile, gegenüber Merkurist sagt, wäre eine Absage der Veranstaltung ein großes Problem für ihn und seine Kollegen. „Die letzten Einnahmen der Schausteller stammen aus dem Winter vom Weihnachtsmarkt, neue Einnahmen wären nun finanziell extrem wichtig.“ In den vergangenen Wochen hätten die Schausteller Renovierungsarbeiten vorgenommen und ihre Fahrgeschäfte einer neuen TÜV-Sonderprüfung unterzogen. Das sei mit hohen Ausgaben verbunden gewesen, sagt Sottile. „Wir brauchen jetzt eigentlich eine solche Frühjahrsveranstaltung wie den Rheinfrühling, um finanziell über die Runden zu kommen.“

Viele Schausteller seien mit Blick auf die aktuelle Lage deshalb sehr angespannt. Dennoch sei er zuversichtlich, dass der Rheinfrühling stattfinden kann, so Sottile. „Man muss positiv denken, wir werden aber nicht versuchen, die Veranstaltung mit Gewalt durchzusetzen.“ Die Gesundheit aller gehe vor. Aber auch die Schausteller müssten ihre Familie ernähren und Geld verdienen. Ohnehin gehe man schon ein hohes finanzielles Risiko ein. So hätten die Schausteller unter anderem schon Ausgaben für Werbung und das Feuerwerk getätigt, sagt Sottile.

Weitere Hygienemaßnahmen angedacht

Sollte der Rheinfrühling planmäßig starten, würden die Schausteller für die Besucher wohl einige Hygienemaßnahmen ergreifen. „Wir denken generell nach, Spender mit Desinfektionsmittel aufzustellen“, sagt Sottile. Zudem sei angedacht, die Fahrgeschäfte noch öfter zu reinigen. So sei es denkbar, beispielsweise beim Autoscooter das Lenkrad bei einem Fahrgastwechsel zu desinfizieren. In Zukunft könnten dann noch weitere Maßnahmen folgen, so Sottile. Nun hoffe er aber zunächst einmal, dass der Rheinfrühling stattfinden könne. (df)

Logo